Gleichstellung
Echte Gleichstellung ist das wirksamste Mittel gegen Frauenarmut. „Der Freistaat muss endlich aktiv werden und mit gutem Beispiel voran gehen. Gerade im öffentlichen Dienst - bis hin zu den Ministerien - sind Führungspositionen für Frauen nur schwer zu erreichen“, kritisiert MdL Susann Biedefeld.
Die Abgeordnete verweist auf die Gleichstellung von Frauen und Männern, die seit mehr als 60 Jahren im Grundgesetz verankert ist. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die EU-Charta schreiben gleiche Entlohnung vor. „Trotzdem klafft seit Jahren eine Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. In Bayern, dem wirtschaftlich stärksten Bundesland, ist sie mit circa 26 Prozent sogar noch größer als im bundesweiten Durchschnitt mit etwa 22 Prozent. In Europa landet Deutschland sogar auf dem unrühmlichen drittletzten Platz“, erklärt Biedefeld weiter.
Berufstätige Frauen in Bayern verdienen fast ein Viertel weniger als Männer, bundesweit beträgt die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern laut Statistischem Bundesamt 21,6 Prozent. Daher fällt der Equal Pay Day in diesem Jahr auf den 19. März 2016. Die Generalsekretäein der BayernSPD, Natascha Kohnen, dazu:
"Gleichstellung heißt vor allem gleicher Lohn. 79 Tage im Jahr arbeiten Frauen umsonst. Klar ist: Lohngerechtigkeit ist machbar und wichtig für eine moderne Wirtschaft. Nur mit gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit können wir Familie und Beruf besser vereinbaren. Dazu müssen wir auch die sogenannten Frauenberufe aufwerten."
Zum "Equal Pay Day" am 19. März 2016 erklärt Kerstin Westphal, SPD-Europaabgeordnete aus Franken und Vorsitzende der AsF – Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Unterbezirk Schweinfurt/Kitzingen:
"Mut zur Lücke hilft in vielen Lebenslagen - nicht aber, wenn es um gleiche Bezahlung geht. Die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen schließt sich nur ganz langsam: Frauen verdienen aktuell in Deutschland im Durchschnitt etwa 22 Prozent weniger als Männer. Wenn es im bisherigen Tempo weiter geht, ist eine gleiche Bezahlung im Jahr 2134 erreicht! Rechnet man den Prozentwert in Tage um, arbeiten Frauen 79 Tage, also bis zum 19. März, umsonst. In Bayern liegt der Wert sogar noch höher, hier sind es sogar 24 Prozent, der EU-Durchschnitt liegt bei "nur" 16,3 Prozent.“
Der Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Bayern, Thomas Bayer, ruft anlässlich des Internationalen Tags der Frau am 8. März dazu auf, ein besonderes Augenmerk auf die Belange geflüchteter Frauen zu werfen:
33,1 Prozent der 50.532 Asyl-Erstanträge, die im Januar 2016 laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bei der Behörde eingingen, sind von Frauen gestellt worden. Egal, ob diese alleine oder in Begleitung reisen, unter den geflüchteten Menschen sind Frauen eine Personengruppe, auf die ein besonderes Augenmerk liegen muss. „Beispielsweise benötigen geflüchtete Frauen aufgrund häufig traumatischer Erfahrungen während des Kriegs oder der Flucht besondere fachliche Betreuung. Unterstützung bei Alltagsbewältigung und Integration in Deutschland ist ebenfalls nötig“, erklärt der Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Bayern Thomas Beyer anlässlich des Internationalen Tags der Frau am 8. März.
Die Schauspielerin Iris Berben und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Unterfranken haben in München den Toni-Pfülf-Preis der BayernSPD entgegengenommen. Berben wurde für ihre Rolle der Elisabeth Selbert in dem Film "Sternstunde ihres Lebens" sowie für ihr Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet. Die AsF-Unterfranken erhielt den mit jeweils 1000€ dotierten Preis für ihre Frauenhauskampagne.