Rote Karte für den Zukunftsrat
Die strukturschwachen ländlichen Räume in Bayern sollen offensiv weiterentwickelt werden. Das ist das Ergebnis einer Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss. Damit hat sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer deutlich gegen die Thesen des Zukunftsrates der Staatsregierung gewandt.
Der Zukunftsrat hatte eine Fokussierung der staatlichen Förderung auf die Leistungszentren im Freistaat empfohlen. Der Ratsvorsitzende Herbert Henzler erklärte, er verstehe die Arbeit seines Gremiums als „Anstoß zum Nachdenken“. Weltweite Megatrends wie Internationalisierung und Urbanisierung gingen auch an Bayern nichts spurlos vorüber. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse sich der Freistaat den neuen Herausforderungen stellen.
In ihrem Resümee der heutigen Landtagsanhörung zur Entwicklung und Zukunft der strukturschwachen ländlichen Räume erklärt die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für den ländlichen Raum und stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD, Annette Karl: "Die Expertenanhörung hat bestätigt, dass die SPD-Landtagsfraktion mit ihren Forderungen zur Förderung der ländlichen Räume auf der Höhe der Zeit und der Diskussion ist." Die SPD mahnt seit langem eine zwischen den Ministerien abgestimmte koordinierte Politik an und bekam damit heute Unterstützung, z.B. durch Prof. Dr. Holger Magel, Präsident der Akademie Ländlicher Raum, der die mangelnde Zusammenarbeit der Ministerien als Skandal bezeichnete.
Heutige Expertenanhörung im Landtag Ergebnis einer Initiative von SPD und FW
Zu der heutigen Anhörung „Entwicklung und Zukunft strukturschwacher Räume in Bayern“ im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags erklärt die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für den ländlichen Raum und stellv. Vorsitzende der Bayern-SPD, Annette Karl:
"Die Anhörung ist das Ergebnis einer Antragsinitiative von SPD und FW. Im Gegensatz zu den Regierungsparteien beteiligt sich die SPD-Landtagsfraktion seit Jahren mit zahlreichen Initiativen und praktischen Vorschlägen an der Thematik zur Entwicklung der strukturschwachen Regionen. Ich erwarte mir von den Experten ein klares Bekenntnis für eine eigenständige Entwicklung der ländlichen Regionen in Bayern. Die ländlichen Räume sind keine 'Gebiete zwischen den Metropolen', sondern Zuhause für die meisten Menschen in Bayern mit eigenen Identitäten, Chancen und Herausforderungen. Die Anhörung muss ein deutliches Signal gegen die Geringschätzung der ländlichen Regionen - wie z.B. vom Zukunftsrat der Staatsregierung formuliert - setzen.
Studieren und parallel die Theorie in der Praxis vertiefen: Das leisten so genannte duale Studiengänge, die laut der Abgeordneten Annette Karl (SPD) immer beliebter werden. Welche dualen Studiengänge bayernweit angeboten werden, hat sie beim Wissenschaftsministerium nachgefragt. „Die an ,hochschule dual‘ beteiligten Hochschulen bieten gegenwärtig über 240 duale Studiengänge an“, lautet die Antwort aus dem Ressort von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP). Wirtschaftsrecht, Betriebs- und Versicherungswirtschaft, Informatik, Maschinenbau, Medien- und Umwelttechnik, Wirtschafts-, Patent- und Bauingenieurwesen.
Andere duale Studiengänge gehörten zum sozialen oder kreativen Bereich: Pflege, soziale Arbeit und integrative Gesundheitsförderung, Design und Gartenbau. Eine vollständige Auflistung der in Bayern angebotenen dualen Studiengänge kann auf www.hochschuledual.de abgerufen werden.
Energiewende für Nordostbayern
Durch Energieerzeugung vor Ort und „Stromexporte“ in nahegelegene Ballungsräume will das strukturschwache wirtschaftliche Wertschöpfungspotenziale erschließen. Auf Initiative der Landtagsabgeordneten Annette Karl (SPD) aus Neustadt/Waldnaab beschäftigt sich eine Arbeitsgemeinschaft aus Universität Bayreuth (Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung), Hochschule Amberg-Weiden (Institut für Energietechnik) und Energieagentur Nordbayern (Kulmbach) seit Herbst 2010 mit den Möglichkeiten einer weitgehend flächendeckenden Energiewende in den Planungsregionen Oberfranken-Ost und Oberpfalz-Nord.