Die Wirtschaft boomt, die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Trotzdem kommt bei den Hartz-IV-Haushalten davon nichts an. Arbeitsagentur und auch Landtagsabgeordnete Annette Karl wollen stärker ran an den "Sockel" und möglichst früh den Familien ein Coaching anbieten. Sie gehen dazu sogar in die Kindergärten.
"Sogar leicht steigend", nennt Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Weiden, die Zahl der betreuten Hartz-IV-Empfänger. Und tatsächlich beziehen 1363 der 1596 Langzeitarbeitslosen Leistungen nach SGB II. Annette Karl kündigte beim Jahresgespräch mit Würdinger einen neuen "Ansatz" an, um den Teufelskreis der "vererbte Verhaltensweisen" endlich zu durchbrechen.
Bei der jüngsten Kreiskonferenz der Arbeiterwohlfahrt wurde ein historischer Beschluss gefasst: der AWO-Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen wird aufgelöst. Der Weg zu einem gemeinsamen AWO-Kreisverband MittelfrankenSüd ist nun bereitet. Alle sieben Ortsvereine hatten sich in den vergangenen Monaten einstimmig für einen Beitritt in den benachbarten und uns seit jeher eng verbundenen AWO Kreisverband Roth-Schwabach ausgesprochen. Mit den Einrichtungen des benachbarten Kreisverbandes werden für die Ortsvereine neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit entstehen.
Um Kindern und Familien den Zugang zu Angeboten der Kindertagesbetreuung zu erleichtern, startet das Bundesfamilienministerium das neue Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“. Darauf weist die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesarbeitsministerin und SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme hin.
Seit Dezember 2014 hat die Bayerische Staatsregierung endlich eine eigene Repräsentanz in Prag. Diese war lange von der ehemaligen vertriebenenpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Christa Naaß gefordert, aber leider immer von der Mehrheit im Bayerischen Landtag abgelehnt worden.
Nun entwickelt sich die Repräsentanz zu einer wichtigen Anlaufstelle für offizielle Stellen, verschiedene Institutionen und Bürgerinnen und Bürger. Sie bahnt Kooperationen an, unterstützt fachliche Kontakte und informiert die tschechische Öffentlichkeit über Bayern, ist Plattform des gegenseitigen Austausches für bayerische und tschechische Bürger, Unternehmen und Organisationen.
Antonio Tajani ist neuer Präsident des Europäischen Parlaments. Nach einem Hinterzimmer-Deal seiner konservativen Fraktion mit den Liberalen und mit Stimmen aus dem rechtspopulistischen Lager hat er sich gegen den Sozialdemokraten Gianni Pittella durchgesetzt. Dazu erklären die drei bayerischen SPD-Europaabgeordneten:
Kerstin WESTPHAL: „Es ist schade, dass mit Antonio Tajani ein Mann an der Spitze unseres Parlaments steht, der seine Rolle laut eigener Aussage eher repräsentativ interpretieren will. In rauen Zeiten, innen- wie außenpolitisch, hätten wir keinen Grüß-August gebraucht, sondern einen starken Präsidenten, der wie Martin Schulz das klare Wort gegenüber den Staats- und Regierungschefs nicht scheut und der gegen PopulistInnen deutlich Stellung bezieht.“