Bild von links: Dr. Rochus Castner, Renate von Heckel, Harald Dösel, Gudrun Bail, Dietrich von Heckel, Christa Naaß, Dr. Georg SchudrowitzAuf Einladung der mittelfränkischen SPD und der Arbeitsgemeinschaft 60 plus besuchten mehr als 70 Genossinnen und Genossen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Reihe „SPD gegen Rechts“ das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.
„Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir aufklären, Geschichte in Erinnerung rufen, sich mit ihr auseinandersetzen, richtige Konsequenzen daraus ziehen und Handlungsstrategien entwickeln,“ so Bezirksvorsitzende Christa Naaß, „Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit spielen sich nach wie vor mitten in unserer Gesellschaft ab, auch hier in Mittelfranken.
Wie eine Langzeitstudie zu Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus zeigt, nimmt Bayern beim Antisemitismus mit 16,6 Prozent der Befragten einen traurigen Spitzenplatz innerhalb Deutschlands ein.
Bei der Ausländerfeindlichkeit liegt Bayern mit 39,1 Prozent nur knapp hinter Sachsen-Anhalt.
Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Auf elf Quadratkilometern sollte hier eine monumentale Kulisse für die Selbstinszenierung der NSDAP entstehen. Das Doku-Zentrum befindet sich im Nordflügel der von den Nationalsozialisten für 50.000 Menschen konzipierten, unvollendet gebliebenen Kongresshalle. Die Ausstellung "Faszination und Gewalt" befasst sich mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Im Anschluss an die Führung zeigte die Freie Theatergruppe Rassenwahn bei der szenischen Lesung "Zwischen den Verhören" eindrücklich, wie sich die Hauptkriegsverbrecher Göring, Speer und Schacht während der Inhaftierung im Nürnberger Gerichtsgebäude 1945/1946 zu den Anschuldigungen der Siegermächte ihrem Betreuer gegenüber, dem Gerichtspsychologen Dr. Gilbert, äußerten. "Es ist erschreckend! Die führenden Nazis zeigten hier ihr wahres Gesicht!", zeigt sich die Landtagsabgeordnete Christa Naaß schockiert.
Sie dankte Renate von Heckel, die diese Veranstaltung organisiert hatte und bei der szenischen Lesung selbst mitwirkte.