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Christa Naaß und Natascha Kohnen besuchen die Hochschule Weihenstephan in Triesdorf

Veröffentlicht am 12.08.2010 in Allgemein

Von links nach rechts: Harald Dösel, Christa Naaß, Prof. Dr. Rudolf Ruth, Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth, Natascha Kohnen

- SPD-Generalsekretärin begeistert von der deutschlandweit einzigartigen Hochschule -

Im Rahmen der Bayerntour der SPD-Landtagsfraktion besuchte Natascha Kohnen auch den Landkreis Ansbach. Die 43jährige Münchner Diplombiologin ist seit 2008 Mitglied im Bayerischen Landtag und dort im Hochschulausschuss tätig. Seit einem Jahr hat sie außerdem das Amt der Generalsekretärin der BayernSPD inne.

Die von der Haundorfer SPD-Landtagsabgeordneten Christa Naaß eingeladene Delegation machte dabei zunächst an der Hochschule Weihenstephan in Triesdorf Halt. Empfangen wurde sie von Vizepräsident Prof. Dr. Rudolf Huth und der Dekanin der landwirtschaftlichen Fakultät Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth.

Die stetig wachsende Hochschule für angewandte Wissenschaften, die sich selber das Profil „Grün. Innovativ. Praxisnah.“ gegeben hat, soll bis zum Wintersemester 2013/14 im Rahmen des Aufwuchsprogramms über 1800 Studierende haben, erfuhren die Abgeordneten. Doch auch nach Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2013 ist ein Ende der herrschenden Raumnot nicht abzusehen.
Laut Dekanin Jaquemoth „muss der Aufwuchs auch nach 2013 weiterhin ausreichend finanziert werden, sonst steht einigen Studiengängen die Schließung bevor“. Darüber hinaus müssen auch dringend neue Planstellen für Professoren geschaffen werden. Die Rahmenbedingungen, besonders die Besoldung der Professorenstellen, stellen im Vergleich zu den Möglichkeiten in der Freien Wirtschaft einen Wettbewerbsnachteil um gute Köpfe dar.

Bei einem auch von der SPD geforderten Wegfall der Studiengebühren muss lt. Vizepräsident Huth sichergestellt sein, dass die Mindereinnahmen von Seiten des Freistaats kompensiert werden. Denn bisher wurden die Mittel überwiegend in dringend notwendiges Personal investiert. „Der Staatshaushalt darf nicht auf den Schultern der Hochschulen saniert wird“, sind sich die SPD-Politiker einig.

Natascha Kohnen erkundigte sich bei dem Gespräch auch nach dem Frauenanteil. Während es in Triesdorf im Vergleich zu anderen Hochschulen verhältnismäßig viele Studentinnen gibt, ist der Anteil der weiblichen Professoren äußerst gering: lediglich drei der 30 Professuren werden von Frauen, darunter eben auch Frau Jaquemoth, besetzt. Um den Frauenanteil zu steigern, wäre es beispielsweise erforderlich, Planstellen auch mit halbtags Lehrenden zu besetzen. Außerdem sieht sie die viel zu geringe Zahl an Entlastungsstunden für die Tätigkeit als Dekanin, die quasi nochmals den Aufwand einer vollen Stelle mit sich bringt, als Problem, das besonders die Situation der Frauen, die eine Professur anstreben, nicht verbessert. Die Frauenquote muss allerdings nicht nur aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit verbessert werden, sondern auch deshalb, weil „weibliche Professoren eine wichtige Vorbildfunktion für Studentinnen inne haben“, so Jaquemoth weiter.

Vizepräsident Huth liegt eine weitere Forderung besonders am Herzen: das Promotionsrecht für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Zwar ermutige das Wissenschaftsministerium eine Kooperation mit einer Uni, doch dies halten Huth und Jaquemoth nicht für ausreichend. Darüber hinaus sei es längst überfällig, zur „Förderung und Fortentwicklung“ Forschungsprofessuren und wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen einzuführen, die ebenfalls über den Haushalt finanziert werden müssten. Forschungsstarke Absolventen wandern ansonsten ab.

Doch wo Schatten ist, ist hier natürlich auch Licht. Für den doppelten Abiturjahrgang 2010/11 sieht sich die Hochschule Weihenstephan in Triesdorf gut gerüstet. So gibt es beispielsweise Überbrückungsangebote in den Bereichen Naturwissenschaften und Mathematik, aber auch das Sprachzentrum bietet die Möglichkeit, bis zum ersten Fachsemester unter anderen Kenntnisse in Spanisch, Italienisch oder Französisch zu erwerben. Ebenso bietet man nun ein duales Landwirtschaftsstudium an der auf „grüne“ Fächer ausgerichteten Hochschule an, die ihren Wärme- und Strombedarf zu 100 Prozent aus eigenproduzierten erneuerbaren Energiequellen deckt Dies ist in Deutschland in einem solchen Umfang einzigartig.

Harald Dösel, Lehrer an der FOS Triesdorf, wünscht sich eine bessere Anbindung an den ÖPNV, um die Schulen in Triesdorf besser erreichen zu können. Die Gäste erfuhren, dass ein Radweg zwischen Ornbau und Weidenbach entstehen soll, der es vielen Studenten ermöglicht, zu den Vorlesungen erscheinen zu können, ohne die Umwelt mit Autoabgasen zu belasten. In Kooperation mit der Gemeinde Weidenbach ist außerdem ein Wohncampus mit 200 Plätzen geplant, der hochschulnahes Wohnen ermöglichen soll.

Die beiden Landtagsabgeordneten Naaß und Kohnen zeigten sich begeistert davon, wie offen Dekanin Prof. Dr. Jaquemoth und Vizepräsident Prof. Dr. Ruth neben den Vorzügen der Hochschule Weihenstephan in Triesdorf die dort herrschenden Probleme benannt haben. Beide Mitglieder des Landtages kündigten an, die angespro-chenen Probleme aufgreifen zu wollen.

Homepage Christa Naaß, Bezirkstag

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