vordere Reihe v. links: Regina Birke-Zimmermann, Stadträtin Angela Schmidt, MdL Christa Naaß, Einrichtungsleiterin Ruth Bamberg-Jarisch, Logopädin
Christina Binswanger
hintere Reihe v. links: Stadträte Irene Dänzer und Gerd Rudolph, Mirijam Eischer, Erzieherinnen Sabine Schott und Marga Stöhr, Geschäftsführer der Lebenshilfe Martin BritzBei einem Besuch der Zweistelle der Frühförderstelle der Lebenshilfe e.V. Weißenburg, in Gunzenhausen konnte sich die stellv. Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Christa Naaß mit SPD-Stadträten u.a. dem Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion und Vorsitzenden des BSV, Gerd Rudolph, sowie weiteren SPD-Mitgliedern über die Arbeit der Einrichtung in der Weißenburger Straße 72 a in Gunzenhausen informieren.
Zunächst wurden die Besucher von den Mitarbeitern durch die Räumlichkeiten geführt. Sehr angetan waren die Gäste von den verschiedenen Therapieräumen mit freundlicher, gar heimeliger Atmosphäre sowie dem großen Turn- und Bewegungsraum und den großzügigen Außenflächen.
Frau Ruth Bamberg-Jarisch, Einrichtungsleiterin der Frühförder- und Beratungsstelle Weißenburg und Gunzenhausen, zeigte den interessierten Besuchern die Möglichkeiten der Frühförderung auf. Beginnend mit der immer freiwilligen und kostenlosen Nutzung des offenen Beratungsangebotes (OBA) für Eltern, der anschließenden
Diagnostikphase durch medizinisch-therapeutisches und pädagogisch-psychologisches Fachpersonal, bis hin zur Entscheidung, ob ein Kind in der interdisziplinären Frühförderung aufgenommen werden kann. Anschließend erläuterte sie, wie die notwendigen Förderschwerpunkte, Dauer und Häufigkeit der Therapiemaßnahmen mit dem behandelnden Arzt und den Kostenträgern vereinbart werden. Die Empfehlung, das Angebot der Frühförderstelle zu nutzen, erfolgt häufig durch Ärzte und Kindertageseinrichtungen oder die Eltern ergreifen selbst die Initiative. In Anspruch nehmen können dieses Angebot Eltern und deren Kinder, von Geburt bis zur Einschulung, die behindert, von Behinderung bedroht oder entwicklungsauffällig sind.
Seit 01.08.2006 besteht der Rahmenvertrag mit dem Bezirk Mittelfranken, der sich für die Finanzierung der pädagogisch-psychologischen Leistungen verantwortlich zeigt. Laut diesem Vertrag können im Regelfall 72 Behandlungseinheiten – entspricht 36 Terminen – im Jahr finanziert werden. Es gibt auch Möglichkeiten zur Förderung außerhalb des Regelfalls, bei schwerwiegenderen Auffälligkeiten oder Mehrfachbehinderung. Hier wären noch kleine Verbesserungen möglich, z.B. um Netzwerkarbeit und mehr Elternarbeit zu ermöglichen, so Erzieherin Marga Stöhr.
Der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Herr Martin Britz, gab den Gästen einen Einblick über die Finanzierung der Einrichtung. So ist der Bezirk Mittelfranken zuständig für den pädagogisch-psychologischen Förderbereich und die Krankenkassen für den medizinisch-therapeutischen Bereich, wie Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie. Er verwies auf die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk Mittelfranken und die erfreuliche Erhöhung der Mittel um 7% seit 01.01.2010. Die deutlich niedrigeren Finanzierungssätze der Krankenkassen seien allerdings bedauerlich und bedürften einer Anpassung um auch in Zukunft kostendeckend arbeiten zu können.
Auch hier gilt wie in anderen sozialen Einrichtungen: es wäre mehr Zeit für die Arbeit am Menschen erforderlich.
Eine wichtige Aufgabe ist für die pädagogisch-psychologischen Mitarbeiterinnen und Kollegen aus dem medizinisch-therapeutischen Bereich die Kinder spielerisch zu motivieren und zu begeistern. „Wir nutzen die Kompetenzen des Kindes, nicht seine Schwächen, für die Therapie, um so auch durch kleine Entwicklungsfortschritte das Selbstbewusstsein zu stärken“, erklärt Logopädin Christina Binswanger. Bei einem musikalischen Kind mit Sprachproblemen wird so beispielsweise über das Singen oder Klatschen von Silben versucht, das Lernen zu erleichtern.
Stadträtin Irene Dänzer, die diesen Besuch organisiert hatte, ist dankbar, dass durch diese wertvolle, geduldige Arbeit mit den Kindern die Freude am Lernen im Vordergrund steht.
Auf Grund der Nachfrage von Christa Naaß erfuhren die Gäste, dass im Gegensatz zu großstädtischen Einrichtungen bei der Frühförderung im Landkreis derzeit kurze Wartezeiten vorhanden sind.