Biergartengespräch in Eslarn"Nie stehen bleiben, immer weiter gehen, denn man lernt niemals aus." Bei ihren Wahlveranstaltungen quer durch den Landkreis stößt MdL Annette Karl in den Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern stets auf neue Anliegen, die sie mit nach München nimmt und im Bayerischen Landtag und zuständigen Ministerium vehement weiter verfolgt.
Beim Biergartenabend im Gasthof "Schellenbach" in Eslarn hatte die Bevölkerung die Gelegenheit mit der Abgeordneten in einer lockeren Gesprächsrunde alles mitzuteilen "Wo sie der Schuh drückt". Der Einladung des SPD-Ortsvereins zum Wahlauftakt nahmen vor allem Mitglieder und einige Gäste an. Die E-Bike-Station und das Eintreffen von Radtouristen in der Pensions-Gaststätte nahm Bürgermeister Reiner Gäbl zum Anlass, um den gut frequentierten Knotenpunkt für Rad- und Wandertourismus anzusprechen und die örtliche Gastronomie und Quartiergeber zu loben. Deutliche Worte richtete das Gemeindeoberhaupt im Zusammenhang mit dem ländlichen Bereich in Richtung CSU-Politik. Das wahre Gesicht habe die CSU mit dem Abbau des Forst-, Post-, Zollamtes und der Polizei, sowie mit der Verlagerung der Hauptschule gezeigt. Damit wurden zahlreiche Arbeitsplätze aus Eslarn verlagert und die Schüler bereits im jungen Alter zum Pendlerdasein gezwungen. "Wer bei der CSU das Kreuz macht, gibt diesem Vorgehen recht" knüpfte Gäbl an.
Die Steilvorlage des SPD-Bürgermeisters nahm MdL Annette Karl gerne an und nannte eine Auslagerung staatlicher Arbeitsplätze in die ländliche Region die Antwort der SPD. "Nur mit einer attraktiven öffentlichen Infrastruktur schaffen wir neue Stellen und die Metropolen werden vom Zuwanderungsdruck entlastet." Da derzeit fünf Minister für den ländlichen Raum und die Bedürfnisse der Einwohner verantwortlich zeichnen und dies stets zu Abstimmungsschwierigkeiten komme, wäre laut Karl ein separates "Ministerium für den ländlichen Raum" die richtige Strategie. Zudem fordere die SPD-Abgeordnete die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft, die für eine gerechtere Verteilung der Fördergelder zuständig sein könnte. Die Abgeordnete ist sich sicher, dass in Bayern einiges aus dem Gleichgewicht gekommen sei und einen Tapetenwechsel, eine andere Politik mit Christian Ude brauche. In ihrer frei gehaltenen einstündigen Rede erwähnte MdL Karl weitere wichtige Schwerpunkte der Bayern-SPD. Gemeinsam mit den ländlichen Kommunen plädiere die SPD für eine stabile Bildungs- und Gesundheitsversorgung und für eine unbürokratische Förderung eines schnelleren Internets für jedes Haus und jede Firma. Das Ziel der SPD sei zudem eine Stärkung der kleineren und mittleren Unternehmen und der Schutz der bäuerlichen Land- und Forstwirtschaft. "Dass ist das Herz unseres ländlichen Raumes." Eines der Hauptziele für die stellvertretenden SPD-Landesvorsitzende ist eine Bestandsaufnahme. "Wir wollen wissen, wo wir ansetzen müssen und nicht alles in die Zukunft schieben, um damit nicht der nächsten Generation einen großen Schuldenberg zu hinterlassen." Die Kommunen in der Region haben derzeit mit kaputten Straßen und sanierungsbedürftigen Schulen und Gebäuden zu kämpfen. Die Schere zwischen der Oberpfalz und Oberbayern gehe immer weiter auseinander und Südbayern habe mehr zulegen können als der Norden und Osten. Stets auf die Bremse trete die CSU bei der Energiewende. "Nicht die Stromleitungen sind für den erhöhten Strompreis schuld, sondern die Befreiungen der Firmen von den Umlagen." Zudem werden alle erneuerbaren Energien wie die Windenergie verächtlich gemacht und nur die Atomkraft als "saubere Energie" dargestellt. Dagegen werden die Diskussionen zu einem Entlager für Atommüll und der Atomunfall im japanischen Fukushima wie viele andere wichtigen Themen ständig verdrängt und der nächsten Generation vermacht. Als reines Wahlkampfthema der CSU wertete die Vertreterin der Bayern-SPD die Einführung einer Maut für Ausländer. "Nach der Wahl werden die EU-Gesetze für das Scheitern verantwortlich gemacht und bei einer generellen Einführung für Ausländer und Deutsche der Europäischen Union die Schuld zugeschoben" fügte MdL Annette Karl an. Mit einer regen Biergartendiskussion endete der Wahlauftakt der Bayern-SPD in Eslarn.
Bericht und Bild von Karl Ziegler aus Eslarn