Christa Naaß mit Michael Blödel, Stephanie Schäfer und Jakob Brückner (v. re.)Der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister, Sigmar Gabriel, hat die Delegierten auf dem Berliner Bundesparteitag auf einen entschiedenen Europawahlkampf eingeschworen. In seiner leidenschaftlichen Rede zog er am Sonntag außerdem eine positive Bilanz des Mitgliedervotums und äußerte sich zuversichtlich zu der Arbeit der SPD in der Regierung.
„Wir werden einen Europawahlkampf führen, wie wir ihn noch nie geführt haben“, stellte Gabriel am Sonntag unter dem großen Applaus der Delegierten des außerordentlichen Bundesparteitages klar.
Die SPD werde alles dafür tun, dass Martin Schulz neuer Präsident der Europäischen Kommission wird, versprach der Parteichef. Dieser war von der Europadelegiertenkonferenz mit 97,3 Prozent zum SPD-Spitzenkandidaten gewählt worden.
Die SPD kämpfe für ein einiges, freies, wirtschaftlich starkes, demokratisches und sozial gerechtes Europa – „am besten ein sozialdemokratisches“, sagte Gabriel. „Und niemand kann das mit so viel Leidenschaft wie Martin Schulz.“ Dieser verkörpere wie kein anderer „das moderne, demokratische und soziale Europa“ – und zwar „mit jeder Faser seiner Seele.“
Mit Schulz als Spitzenkandidat bestehe die historische Chance, dass zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren wieder ein Deutscher Präsident der EU-Kommission wird, betonte Gabriel. Schulz genieße großes Ansehen über alle Parteigrenzen hinweg.
Bei den Bayerischen Kandidatinnen und Kandidaten werden die amtierenden Europaabgeordneten Kerstin Westphal aus Unterfranken und Ismail Ertug aus der Oberpfalz an der Spitze das bayerische Kandidatenteam in den Wahlkampf führen. Die mittelfränkische Kandidatin und Vorsitzende des Arbeitskreises Europa der MittelfrankenSPD Stephanie Schäfer wurde nach Kerstin Westphal und Maria Noichl (Oberbayern) auf den 3. bayerischen Frauenplatz gewählt.
„Nun liegt es mit an uns, aus Mittelfranken heraus einen starken Wahlkampf für ein starkes Europa zu machen“, so die SPD-Bezirksvorsitzende Christa Naaß. „Der Kommunalwahlkampf muss deshalb auch für den Europawahlkampf genutzt werden, um aufzuzeigen, dass ein starkes, soziales und demokratisches Europa auch wichtig für unsere bayerischen Kommunen ist.“