SPD-FRAUEN in Oberfranken

Wir kämpfen seit 1919 für Frauenrechte

Weiß-Blau eine Erfindung der Sozialdemokraten

Veröffentlicht am 11.04.2013 in Presse

"Freistaat ist ein sozialdemokratischer Begriff." Die Landtagsabgeordnete Annette Karl überraschte bei der Eröffnung der Ausstellung zum 150-jährigen Gründungsjubiläum der SPD im Eslarner Rathaus nicht nur mit dieser Feststellung: "Auch die Farben Weiß und Blau sind eine sozialdemokratische Erfindung."

Hintergrund ist, dass in der Proklamation von Kurt Eisner (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands, USPD) vom 8. November 1918 steht: "Bayern ist fortan ein Freistaat!" Allerdings gingen Eisners "Unabhängige" bei der ersten freien Wahl am 12. Januar 1919 zugunsten der "Mehrheitssozialisten" völlig unter. Bayern nahm dennoch das Wort "Freistaat" in seinem am 20. Februar 1919 im Kabinett verabschiedeten Staatsgrundgesetz auf.

Bei den Beratungen zur Bayerischen Verfassung im Jahr 1946 wurde unter dem ersten Bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner (SPD) der Name "Freistaat" mit Bezug auf seine antimonarchische Bedeutung wieder aufgenommen. Sachsen und Thüringen nahmen nach der Wende Bayern zum Vorbild und nennen sich heute ebenfalls "Freistaat", ohne das dies irgend eine staatsrechtliche Bedeutung hätte. Die Tatsache, dass die SPD seit 150 Jahren existiert, bedeutet laut Annette Karl nicht, dass "die alte Tante SPD ein bisschen aus der Zeit gefallen" sei. "Wir sind so modern wie vor 150 Jahren." Schließlich gelte es auch heute, die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität zu verteidigen.

In der Ausstellung wird chronologisch die Geschichte der SPD von der Gründung bis heute aufgezeigt. Im Jahr 1875 waren der "Allgemeine deutsche Arbeiterverein" und die "Sozialdemokratische Arbeiterpartei" zur "Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) fusioniert. Wilhelm Liebknecht schrieb deren "Gothaer Programm". Im Jahr 1890 benannte sich die SAPD in "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" (SPD) um - die Bezeichnung, die sie heute noch trägt. "Wir sind die Einzigen, die sich nie einem Etikettenwechsel unterziehen mussten", ist Annette Karl stolz. Im gleichen Jahr fällt das "Sozialistengesetz" ("Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie") von Bismarck, die SPD wird zu einer legalen Massenpartei und hat bis zum Kriegsbeginn 1914 schon eine Million Mitglieder.

Nach dem Revolutionsjahr 1918 wurde Friedrich Ebert von den Mehrheitssozialisten am 1. Februar 1919 zum ersten Deutschen Reichspräsidenten gewählt und bekämpfte die revolutionären Sozialisten. Im Bayerischen Landtag wurde im Jahr 1919 das Frauenwahlrecht beschlossen. "Prompt sind zwei Sozialdemokratinnen in den Landtag eingezogen." Als Hitler an die Macht kam, sperrten sich die Sozialdemokraten dagegen. "Alle Sozialdemokraten haben gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt."

Die Ausstellung ist noch bis 20. April zu sehen. Bürgermeister Reiner Gäbl (SPD) lädt alle Interessierten, vor allem aber auch Schulklassen, ins Eslarner Rathaus ein: "Nehmen Sie sich Zeit dafür!"

(Quelle: Oberpfalznetz vom 10. April 2013; Harald Mohr)

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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