SPD-FRAUEN in Oberfranken

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Vom Schülerheim zum Kinder- und Jugendhilfeverbund

Veröffentlicht am 18.06.2013 in Allgemein

Die SPD-Kandidaten mit den Mitarbeitern des Sonnenhofs

SPD-Kandidaten beim Sonnenhof Feuchtwangen

Im Rahmen eines Informationsbesuches besuchte eine SPD-Delegation mit der Bundestagskandidatin Anette Pappler, dem Landtagskandidaten Norbert Dumler sowie der Landtagsabgeordneten und Bezirkstagskandidatin Christa Naaß, und dem Stadt- und Kreisrat Georg Sperling den Sonnenhof im Feuchtwanger Ortsteil St. Ulrich.
Der neue Einrichtungsleiter Hr. Bügler sowie Erziehungsleitung Irmgard Schmidt, die schon seit 35 Jahren in der Einrichtung tätig ist, informierten die Besucher bei einem Gespräch und anschließendem Rundgang umfassend über die Motive und Ziele der Einrichtung.

„Wir sind Weggemeinschaft, individuell gestaltete Team- und Lebensgemeinschaft und Dienstgemeinschaft in einem“, erklärte Bügler. „Unsere Ziele richten sich neben einer bestmöglichen Förderung der jungen Menschen, die überwiegend auf dem Landkreis Ansbach und dem Großraum Nürnberg kommen, durch Pädagogik und Therapie auf den gesamten Menschen und das Erlangen, Erhalten oder Wiederherstellen seiner Würde.“
Dass dabei Stärkung der Erziehungskraft ihrer Herkunftsfamilien durch fachliche Unterstützung und wertschätzende Begleitung sowie die Fürsorge für die Mitarbeitenden nicht außen vor bleiben dürfen, ist selbstverständlich.
Der Sonnenhof hält 34 vollstationäre Plätze in 7 Wohngruppen vor, darunter 15 Kin-der zwischen 9 und 13 Jahren, erfuhren die Gäste. Der Kinder- und Jugendhilfeverbund ist mit seinen 40 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten vergleichbar mit einem mittelständischen Unternehmen.

„Aus meiner beruflichen Erfahrung als Diplom-Pädagogin in einer Jugendhilfeeinrichtung weiß ich, wie hoch die Arbeit in diesem Bereich zu schätzen ist“, erklärt Anette Pappler. „Deshalb setze ich mich auch für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt und niemanden ausschließt, sondern alle teilhaben lässt - eben eine inklusive Gesellschaft - ein. Der Sonnenhof ist ein wunderbares Beispiel, wie so etwas umgesetzt werden kann. Ich bin sehr froh darüber, dass mir dieser Besuch ermöglicht wurde.“

Und Christa Naaß, die die Einrichtung schon von früheren Besuchen her kennt, erinnerte: „Den Sonnenhof gibt es bereits seit 1972. Vom damaligen Schülerwohnheim für Schausteller- und Zirkuskinder hat sich die Einrichtung in den letzten Jahren immer stärker gewandelt, um dem geänderten Bedarf und der zunehmenden Problemstellungen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden.

In dem Gespräch brachte Frau Schmidt zum Ausdruck, dass es wünschenswert wäre, mehr Betriebe zu finden, die bereits sind, schwächere Jugendliche zu begleiten. „Wir bräuchten dringend mehr geförderte gestützte Arbeitsplätze“, wünscht sich die Erziehungsleitung.
Ein Problem, das aber auch andere soziale Einrichtungen kennen, ist die Finanzierung, denn der Großteil der entstehenden Kosten sind Personalkosten. Die Entgelte sind eindeutig zu gering bemessen, wurde den SPD-Politikern geschildert. Außer-dem können über das Entgeltsystem in der Jugendhilfe nur Fachkräfte finanziert werden. Bedauert wird, dass deshalb in der Einrichtung keine Erzieher ausgebildet werden können. Außerdem nimmt Heimerziehung in der Erzieherausbildung leider nur einen kleinen Raum ein.
Nach Meinung der Landtagsabgeordnete Christa Naaß müsste deshalb eine ernsthafte gesellschaftliche Diskussion über den Wert von sozialer Arbeit geführt werden. „Wer möchte“, so Christa Naaß, „dass hochwertige Arbeit im sozialen Bereich geleistet und angeboten wird, muss auch bereit sein, dafür ausreichend Geld zur Verfügung zu stellen.“
Für Kreisrat Georg Sperling ist Jugendhilfe nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine Investition, denn Jugendhilfe rechnet sich auch und es bleiben Gelder in der Region.

Die Gäste versprachen, sich weiterhin für solch segensreiche Einrichtungen, wie den Kinder- und Jugendhilfeverbund Sonnenhof einzusetzen und angesprochene Probleme aufzugreifen.

Homepage Christa Naaß, Bezirkstag

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