Interessierte Besucher bei den Stadtwerken Grafenwöhr und der NEW e.G. Harald Güller und Annette KarlDie Abhängigkeit der Kommunen und Bürger von Erdöl, Strom und Gas minimieren und gleichzeitig die teilweise kostenlos zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien nutzen. Das ist das Ziel der Energie-Genossenschaft Neue Energien West (NEW eg)“
Helmut Amschler, der Vorstand der Stadtwerke, informierte darüber bei einem Besuch von Harald Güller, dem parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, in Grafenwöhr. Bürgermeister Helmuth Wächter begrüßte dazu auch Bundestagskandidaten Werner Schieder, MdL Annette Karl, die Bürgermeister oder Stellvertreter Konrad Merkl (Pressath), Peter Lehr (Eschenbach), Wolfgang Haberberger (Neustadt am Kulm), Peter Nößner (Schwarzenbach) und Udo Greim. „Die Einrichtung Stadtwerke läuft hervorragend und es wurde auch eine Wasser- und Betriebsgesellschaft gegründet“, informierte Wächter. „Wir würden diesen Weg wieder beschreiten.“
Breite Palette
Helmut Amschler gab genauere Details über die „NEW eG“ bekannt. Die
Palette reicht von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung, über
die Anmietung von Dachflächen für Photovoltaikanlagen und den Einkauf und Verkauf von Waren für die Mitglieder. Nahwärmenetze sollen in den Mitgliedskommunen aufgebaut werden. Zum Service gehören Energieberatung und Thermofotografie. Der Gemeinschafts- und Nachhaltigkeitsgedanke sowie der regionale Gedanke stehen dabei im Vordergrund.
Bei der „Bürger Energiegenossenschaft West eG“ wurden 204 Anteile
gezeichnet, so dass diese bisher mit einem Kapital von 102 000 Euro ausgestattet ist. „Die Bürger wollen mitmachen. Es herrscht Aufbruchstimmung; es ist einfach eine tolle Sache“, betonte Udo Greim. „Ich bin ein leidenschaftlicher Vertreter des Energiemarktes, der ein Markt der Zukunft ist. Leider wird er von den Politikern zu wenig eingeschätzt“, meinte Wolfgang Haberberger. Bei Biogasanlagen würden leider viele Vorurteile geschürt. Auch müsse die Neiddiskussion beendet werden. Peter Nößner bestätigte: „Ich bin von der Idee fasziniert, etwas gemeinsam auf die Füße zu stellen.“
Vorzeigeprojekt
Auch Annette Karl und Harald Güller zeigten sich von der Interkommunalen Zusammenarbeit begeistert. „Es ist ein ganz neues Niveau. Wenn die Bürger mit einbezogen werden, ist es der richtige Weg.“ Grafenwöhr werde künftig sicher das Ziel vieler Besucher sein, die sich für das Vorzeigeprojekt interessieren. Das Fazit Werner Schieders: „Wir wollen die Energiewende voranbringen. Die Bedeutung
der Kommunen wird erkannt. Mein Glückwunsch zu diesem Weg!“
Preise explodieren
„Die horrend gestiegenen Energiepreise machen ein Umdenken auch
im kommunalen Bereich unabdingbar erforderlich“, betonte Helmut
Amschler. Von 2004 bis 2006 gab es ein Ausgabenplus von 22,55 Prozent. Deshalb hatten die Bürgermeister im VierStädtedreieck bereits vor über einem Jahr die Vision, neue Wege der kommunalen Zusammenarbeit zu gehen. Die Gründung einer interkommunalen Genossenschaft, bei der sich elf Kommunen und die Stadtwerke beteiligten, fand am 27. Februar 2009 statt. Inzwischen seien alle Kommunen des westlichen Landkreises und der Markt Pleystein beigetreten.
Zum Bild: Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Harald Güller (Dritter von rechts), besuchte zusammen mit MdL Annette Karl und Werner Schieder die Stadtwerke
Grafenwöhr. Helmut Amschler erklärte das Konzept der Genossenschaft „Neue Energien West – NEW eG“.
aus oberpfalznetz.de Text und Bild rgr