Eine 100-köpfige Besuchergruppe aus ihrer Heimat empfing SPD-Abgeordnete Annette KarlAnnette Karl fordert Regelung für versetzte Lehrer und Polizisten – Diskussion mit 100 Nordoberpfälzern im Landtag
Je nördlicher und grenznäher, desto größer sei die Bevölkerungsabnahme im Freistaat, bedauerte MdL Annette Karl (SPD) gegenüber einer Besuchergruppe aus der Oberpfalz im Bayerischen Landtag. „Viele ziehen weg aus dem ländlichen Raum wegen zu wenigen Arbeitsplätzen, Kindergärten oder Ärzten.“
Eine Lösungsmöglichkeit: Nach Oberbayern versetzte Lehrer und Polizisten sollten nach fünf Jahren in die Heimat zurückversetzt werden können. Nach diesem Zeitraum würden sie sich nämlich immer stärker mit dem Arbeitsort verwurzeln. Außerdem regte Karl bessere Beförderungsmöglichkeiten für Beamte in der Oberpfalz an.
Eingeladen hatte sie Mitglieder der Weidener Tafel, der Seniorengruppe des Behinderten- und Vitalsportvereins Weiden (BVS), des Altenclubs Neustadt und eine große Gruppe um Monika Kießling. Insgesamt 100 Oberpfälzer waren in die Landeshauptstadt gefahren. Im Plenarsaal forderten vor allem die Besucher mit Handicap, dass der Weidener Bahnhof endlich barrierefrei umgestaltet werden solle. Ein BVS-Mitglied: „Wir haben die Geduld verloren, wir wollen Taten sehen.“
„Es wäre mir lieber, wenn’s die Tafeln nicht geben müsste“, räumte die Abgeordnete ein. Aber leider seien sie notwendig. Einer der Wege, die aus dem Dilemma herausführten, sei der Mindestlohn von 8,50 Euro. Was zurzeit auf dem prekären Arbeitsmarkt passiere, sei nichts als „staatlich subventionierte Lohndrückerei. Das zahlen alles Sie über Ihre Steuern.“ Bayerns Zukunft, sagte Karl, liege nicht im Billiglohn. Im Gegenteil.
Bilder von der Landtagsfahrt bei flickr
Text: Kunz für Der Neue Tag