Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christa Steiger aus Kronach besucht Landtagsabgeordnete Annette Karl das Förderzentrum und die Heilpädagogische Tagesstätte der Lebenshilfe in Mitterteich.
Während eines Rundgangs durch das 10 Jahre junge Gebäude stellten Schulleiter Uli Sommer und Tagesstättenleiterin Sandra Köstler die beiden Einrichtungen den beiden Besuchern vor, welche von Bezirksrätin Brigitte Scharf, den beiden Kreisrätinnen Jutta Deiml und Mila Braun und Stadträtin Angelika Müller begleitet wurden. Die helle und freundliche Atmosphäre in den Räumen stieß auf ein begeistertes Echo bei der Besichtigung der unterschiedlichen Klassenstufen.
Christa Steiger, Sprecherin der SPD-Fraktion für Politik für Menschen mit Behinderungen, erkundigte sich über aktuelle Themen bei den Gastgebern. Einen großen Rahmen nahmen dabei des Themen Inclusion und die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention ein. Die zahlreichen Hürden, welche sich bei der Verwirklichung dieser Richtlinie ergeben scheitern dabei nicht an den Behinderteneinrichtungen sondern an der nicht angepassten Bürokratie in den Ministerien. "Dort wird nicht danach gesucht, wie man etwas umsetzen kann, sondern wie etwas Neues verhindert werden kann," kritisierte Annette Karl. "Bedauerlich ist", so Karl weiter, "dass die aktuelle Haushaltskürzung in Rasenmähermethode erfolgt und alle Bereiche von Bildung bis Gesundheit gekürzt werden und dabei nicht erkennbar ist, wo die Politik der Staatsregierung einen Schwerpunkt setzen will.
Geschäftsführer Berthold Kellner berichtete über die weiteren Projekte der Lebenshilfe in Cafe, Buchhandlung und in der Offenen Behindertenarbeit. Zunehmende Schwierigkeiten bereitet dabei die immer weiter ausufernde Bürokratie und unterschiedliche Richtlinien bei der gleichen Tätigkeit für die Menschen mit Behinderung - je nachdem wer der Kostenträger des Projektes ist. Besonders bedauerlich ist dabei, so Kellner, dass die Bestrebungen immer größer werden jede Kostenzusage mehrmals zu überprüfen und sogar alltägliche Tätigkeiten auf Centbeträge herunterzubrechen, um schneller einen Ansatz für Kürzungen zu finden. Christa Steiger kritisierte diese Entwicklung, da dadurch viel Energie verbraucht wird, welche besser für die Menschen und nicht für Akten eingesetzt werden sollte.
Abschließend stellte Kellner noch das neueste Projekt der Lebenshilfe Kreisvereinigung vor, welche derzeit ein Modellprojekt für eine Inclusive Gemeinde entwickelt. Die Voraussetzungen in Mitterteich seien durch die schon zusammenarbeitenden Einrichtungen der Lebenshilfe, der Werkstatt für Behinderte, dem Verein Offenen Behindertenarbeit und dem Mehrgenerationenhaus besonders gut. Die beiden Landtagsabgeordneten Steiger und Karl und auch Bezirksrätin Scharf sicherten dabei gerne ihre Unterstützung zu dieser Idee zu, welches auch wissenschaftlich begleitet werden soll. Karl begrüßte diese Initiative, da sie zeigt, welches Potiential bei den Entscheidungsträgern in der nördlichen Oberpfalz vorhanden ist.