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Keine unkonventionelle Förderung im Weidener Becken

Veröffentlicht am 08.10.2014 in Presse

„Keine unkonventionelle Förderung von Öl und Gas im Weidener Becken“, ist die Auskunft der Staatsregierung auf eine Anfrage von MdL Annette Karl.  

Karl wollte von der Staatsregierung wissen, welche Vorkommen im Weidener Becken vermutet werden, nachdem das Wirtschaftsministerium  mitgeteilt hatte, dass es in Bayern keine unkonventionellen Vorkommen, wie z.B. Schiefergas, gibt.

Die Staatsregierung erläuterte nun, dass das Zielrichtung der erteilten Erkundungslizenz die Aufsuchung von konventionellen Lagerstätten für Gas oder Öl sei, da „das Erlaubnisgebiet bisher nur wenig erkundet worden“ sei. Interesse an der weiteren Erforschung wurde vor allem durch einen geringen Ölzufluss in einer Tiefe von 1130 – 1160 m bei der Bohrung der Thermalwasserquelle in Weiden.

Auch wenn mit dieser Aussage zur Erkundungslizenz wohl nun die Hoffnung besteht, dass es keine unkonventionelle Förderung im Weidener Becken geben wird, muss die Region weiterhin aufmerksam sein und die Aktivitäten aufmerksam beobachten.

Die Anfrage vom 25.08.2014 und ihre Beantwortung:

Erkundungslizenz im Weidener Becken 
Nachdem das Ministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie in der Beantwortung der Anfrage meines Fraktionskollegen von Brunn vom 16.07.2014 ausgeführt hat, dass in Bayern keine unkonventionellen Vorkommen, wie z.B. Schiefergasvorkommen, vorhanden sind, frage ich die Staatsregierung:

1. Welche Vorkommen sollen mit der erteilten Erkundungslizenz für das sogenannte Weidener Becken erkundet werden?
2. Welche Kosten entstehen dem Freistaat Bayern bei einer erfolglosen Suche von Vorkommen im Weidener Becken?

Beantwortung
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie - Staatssekretär Franz Josef Pschierer, MdL

Die Schriftliche Anfrage beantworte ich wie folgt:
Frage 1: Welche Vorkommen sollen mit der erteilten Erkundungslizenz für das sogenannte Weidener Becken erkundet werden?
Zielrichtung der Erkundung der zum 1.02.2014 neu erteilten Erlaubnis „Weiden“ zur großräumigen Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen sind konventionelle Öl- und Gaslagerstätten. Konventionelle Lagerstätten sind solche, bei denen das Gas oder Öl vom Entstehungsort (sogenanntes Muttergestein) in durchlässigere jedoch nach oben abdichtenden Schichten gewandert ist und gefangen wurde.
Das Erlaubnisgebiet ist bisher nur sehr wenig erkundet worden. Zunächst existieren Erkundungen über seismische Profile aus den Forschungsvorhaben „Kontinentale Tiefbohrung in Windischeschenbach - KTB“ und „DE-KORP“ („Deutsches Kontinentales Reflexionsseismisches Programm zur Erforschung der Lithosphäre und Bewegungen der Kontinente“), deren Ziele nicht die Erkundung von Öl und Gas waren. Sie lieferten jedoch Hinweise auf tektonische Strukturen im Untergrund und den Schichtenaufbau. Die Preussag AG hat in den Jahren 1992 und 1993 vier kleinräumige 2-D-seismische Linien gemessen, deren Ziel die Erkundung tektonischer Fangstrukturen im Hinblick auf potentielle Öl- und Gaspotenziale waren.
Bohrungen auf Öl und Gas wurden bisher nicht niedergebracht. Als Referenzbohrungen in diesem Gebiet existieren lediglich neben der KTB die Thermalwasserbohrungen Bayreuth und Weiden. Hinweise auf vorhandene Kohlenwasserstoffe lieferte hierbei die Thermalwasserbohrung Weiden (Endtiefe ca. 1.460 m) der Stadt Weiden. Im Tiefenintervall 1.130 m – 1.160 m (sogenanntes Oberkarbon) wurden bei der Bohrung zufällig auch geringe Ölzuflüsse aus den erschlossenen Schichten festgestellt. Abgeleitet aus dem Bohrprofil der Bohrung Weiden kommen grundsätzlich im Wei-dener Becken als Gesteinsformationen für konventionelle Kohlenwasserstofflagerstätten die zum Teil grobklastisch- konglomeratische Sandsteinlagen des Oberkarbons, des Rotliegenden und des Buntsandsteins in Frage.
Aus dem Schichtenprofil der Bayreuther Bohrung (Friedrichs-Therme) – Endtiefe ca. 1120 m - im sogenannten Zechstein lassen sich bis zu dieser Tiefe keine Sedimente ableiten, die als potentielle Reservoire für Kohlenwasserstoff-Lagerstätten in Frage kommen.
Darüber hinaus sind nach den Ergebnissen der geologischen Landesaufnahme Sedimente des Muschelkalks, Keupers, Lias, Dogger, Malm und Oberkreide verbreitet. Diese Sedimente können theoretisch, soweit geeignete Schichten und tektonische Fangstrukturen vorhanden sind, potentielle Reservoire für konventionelle Lagerstätten darstellen. Dass entsprechende speicherfähige Schichten für Kohlenwasserstoffe vorhanden sein müssen, zeigt der bestehende Gasspeicher Eschenfelden unmittelbar an der West-grenze des Erlaubnisfeldes, der in Schichten des Keuper und im Grenzbereich Muschelkalk/Keuper angelegt wurde.

Frage 2: Welche Kosten entstehen dem Freistaat Bayern bei einer erfolglosen Suche von Vorkommen im Weidener Becken?
Dem Freistaat Bayern entstehen keine Kosten bei einer erfolglosen Suche; anfallende Kosten bei Durchführung der Aufsuchungsarbeiten einschließlich Sanierung und Haftung bzw. Ausgleich für Schäden hat ausschließlich das Unternehmen zu tragen. Hinzuweisen ist ferner darauf, dass nach dem Lagerstättengesetz alle Daten und Ergebnisse der Aufsuchung dem Geologischen Dienst im Landesamt für Umwelt kostenlos zur Verfügung zu stellen sind.

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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