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„In Bayern gibt es viele Baustellen“

Veröffentlicht am 22.12.2012 in Presse

SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher zu Gast bei der Bäuerlichen Schlachtgemeinschaft
Zur Jahreshauptversammlung lädt die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Floß jeweils einen prominenten Gast ein. Am Donnerstag kam der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Markus Rinderspacher vorbei. Er setzte sich mit Themen aus der Europa-, Bundes- und Landespolitik auseinander.
Vorsitzender Werner Opitz eröffnete den Abend in der Diepoltsreuther Gaststätte Plödt mit dem Hinweis auf ein ruhig verlaufendes Geschäftsjahr, ohne große Besonderheiten. Eine Ausnahme gab es dennoch. Sowohl im technischen Bereich als auch an der Fassade des Schlachthauses standen Reparaturen an. „Manches ließ sich in Eigenleistung erledigen. Ohne Firma ging es allerdings nicht ab. Und das wird sich zwangsläufig auf unseren Kassenstand niederschlagen.“

Etwas Sorgen bereiteten Opitz die zunehmenden rechtlichen Vorgaben und die ansteigenden Gebühren, die abzuführen sind: „Damit der Aufwand nicht noch größer wird, sollten die Mitglieder organisatorische Vorgaben bei den Schlachtungen beachten. Das würde das Leben leichter machen.“ 23 Mal wurde im Übrigen tatsächlich geschlachtet, berichtete Kassier Helmut Bär. „Bei 13 Tieren ging es um eine Notschlachtung. In jedem Fall gab es aber die nötige Freigabe.“ Viel Lob galt Metzger Karl Bamler. Aktuell sucht die Gemeinschaft Unterstützung für den verlässlichen Mann.
Chancen genutzt
Komplimente an die Oberpfalz standen quasi als Überschrift über dem Vortrag von Rinderspacher: „In der Region hat sich viel bewegt. Hier werden Chancen erkannt und auch genutzt. Da braucht man sich nur die ausgezeichneten Zahlen zur Wirtschaftskraft anzuschauen. Das kam aber nicht von alleine. Fleiß und Engagement von ihnen allen sind die Basis der Entwicklung.“ Im Zusammenhang mit dem Thema „Bayerischer Schlachtmarkt“ forderte der Redner vor den rund 50 Gästen eine Abkehr von der Monopolstruktur. Wenn ein Unternehmen 70 Prozent des Marktes beherrsche, führe das für die Erzeuger fast schon zwangsläufig zu Preisabschlägen: „Nicht zu vergessen auf eine ausufernde Bürokratisierung. Das kam beileibe nicht alles von der EU.“ Ein deutliches Ja gab es zur Europäischen Union und genauso zum Euro. „Lassen Sie sich nicht von Parolen und falschen Aussagen irritieren.
Wer sich die extrem schlimmen Folgen bei einer Abkehr vor Augen hält, der begreift, wie wichtig die große Gemeinschaft ist. Und Ihnen in der nördlichen Oberpfalz muss ich nun wirklich nicht erklären, was ein geeintes Europa für Frieden und Freiheit bedeutet.“ Im Zusammenhang mit der bayerischen Politik stelle sich zwangsläufig die Frage, warum die CSU immer mehr ihrer bislang vehement vertretenen Prinzipien über Bord werfe. Das reiche vom Länderfinanzausgleich über die Praxisgebühr oder den Donauausbau bis hin zu den Studiengebühren. „Ich will nun wirklich nicht alles schlecht reden, aber es gibt in Bayern durchaus große und wichtige Baustellen“, kommentierte der Abgeordnete die gegenwärtige Situation. Besonders am Herzen lagen ihm eine sinnvolle Umsetzung der Energiewende, die Schulstandorte und beispielsweise auch eine Dezentralisierung. „Die Kommunen sind ans Gängelband des Staates gefesselt. Öffentliche Gelder sollten aber gleich dort hin fließen, wo sie gebraucht werden. Mehr Regionalität würde vieles vereinfachen und effektiver machen.“
Zum Wohl der Region
Mit Komplimenten an die Schlachtgemeinschaft verbanden MdL Annette Karl, der Flosser Bürgermeister Günter Stich und der Kreisobmann des Bauernverbandes Josef Fütterer ihre Grußworte. Ergänzt wurden vonseiten der Raiffeisenbanken Neustadt, Vohenstrauß und Floß Aussagen zur eher unrühmlichen Rolle der Großbanken. Man sei es leid, sich ständig rechtfertigen zu müssen, weil alles in einen Topf geworfen werde. Gerade bei den kleinen Geldinstituten werde, zum Wohl der Region und der Menschen, intensive und erfolgreiche Arbeit geleistet.

Bild und Text: Aus Der Neue Tag, nm

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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