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Beim Silvesterbesuch der SPD bei der Bundespolizei in Waidhaus schrillen die Alarmglocken

Veröffentlicht am 03.01.2013 in Presse

„Ein sehr erfolgreiches Jahr liegt hinter der Bundespolizei“, erklärte Erster Hauptkommissar Wolfgang Franz als stellvertretender Leiter der Inspektion beim traditionellen Silvesterbesuch der SPD-Mandatsträger der Region. Die Delegation war mit einer starken Abordnung angetreten. Nicht nur Bundestagsabgeordneter Werner Schieder und Landtagsabgeordnete Annette Karl, sondern auch die Bundestags- und Landtagskandidaten Uli Grötsch und Berthold Kellner waren gekommen.
„Improvisation ist bei der Bundespolizei kein Problem, da sind wir geschult“, meinte Franz dann auch, als schnell noch weitere Sitzgelegenheiten herangeschafft werden mussten. Trotz der Crystal-Speed-Problematik schien zum Jahreswechsel die hochexplosive Pyrotechnik aus dem Nachbarland die Polizeibeamten in Atem zu halten. Trotz der Präventionsarbeit lockten die in Deutschland verbotenen Böller ohne Prüfzeichen noch in letzter Sekunde Käufer an.

Franz verhehlte aber auch die steigenden Probleme mit der Modedroge Crystal Speed nicht. „Ohne Prävention bekommt man die Droge nicht in Griff.“ Bei den Aufgriffen liege die Waidhauser Bundespolizei unter den zehn besten Standorten bundesweit und entlang der deutschtschechischen Grenze sei sie ohnehin die erfolgreichste. Mit der Schleierfahndung besitzen die Beamten ein sehr schlagkräftiges Instrument. Jedoch werden bis 2015 rund 20 Kollegen in den Ruhestand verabschiedet und jüngere kämen nicht nach. Damit zeigte der Erste Polizeihauptkommissar den demografischen Wandel mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren auf.
Vermehrte Arbeitsbelastung mit gleichem Personalstand sei einfach nicht zu leisten. Eine folgende Arbeitsverdichtung ziehe insgesamt eine höhere psychische Belastung nach sich. „Ein Weg, der in die Sackgasse führt“. Nicht die Organisation erbringe die Leistungen, sondern der Mensch, und der müsse bei den vielen politischen Entscheidungen unbedingt im Mittelpunkt stehen, trichterte der stellvertretende Inspektionschef den Politikern ein. Hinzu kämen die stetigen Abordnungen zum Flughafen München. Deswegen forderte Franz, die Kräfte noch mehr zu bündeln. Dies geschehe in Waidhaus bereits sehr erfolgreich in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Fahndung (PIF). Mit den Kollegen würden bereits sogenannte Schwerpunktkontrollen gemacht.
Doch Franz persönlich favorisiert eine gemeinsam besetzte Dienststelle, um Ressourcen, Technik, Personal und Fachwissen zu vereinen und bestimmte Phänomene ganzheitlich zu bekämpfen. Nachdem die Bundespolizei die am meisten reformierte Organisation sei, bat der stellvertretende Leiter Ruhe einkehren zu lassen. Bei der anstehenden Evaluierung dürften nicht schon wieder neue Umstrukturierungen, Personalplanoder Dienstpostenänderungen vorgenommen werden, warnte er eindringlich. Damit nahm er auch die Politik in die Pflicht, geeignete Personalstrategien aufzustellen.
Fehlende Perspektiven bemängelte Franz vor allem bei der Verwaltung. Die Motivation bröckle zusehends wegen fehlender Aufstiegsmöglichkeiten. Ebenso mahnte er den alternden Fahrzeugbestand an. Damit zeigte der stellvertretende Inspektionsleiter den Politikern Herausforderungen für das Jahr 2013, aber auch Kernbotschaften auf.

aus Der Neue Tag, Bild und Text: dob

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