Einer langjährigen Tradition entsprechend trafen sich die schwäbischen Bundestagsabgeordneten Gabriele Fograscher und Heinz Paula zu einem „grenzübergreifenden“ Gedankenaustausch mit ihrer mittelfränkischen Landtagskollegin Christa Naaß aus Haundorf.
Schwerpunkt dieser Gespräche in Gunzenhausen und Oettingen i.Bay., die die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christa Naaß organisiert hatte, waren bahnpolitische Themen.
So war es dem Solnhofener Bürgermeister Manfred Schneider ein großes Anliegen auf den mangelnden Lärmschutzmaß in Solnhofen und auch Pappenheim hinzuweisen, ein Problem, das der Augsburger Verkehrsexperte Heinz Paula gerne aufgriff. Er berichtete außerdem, dass aus dem erst aufgestockten Lärmsanierungsprogramm derzeit neben Lärmsanierungsmaßnahmen auch innovative Lärmminderungsmaßnahmen finanziert werden, wie z.B. die Umrüstung bestehender Güterwagen auf leise LL-Bremssohlen sowie Lärmminderungs-maßnahmen am Fahrweg.
Am Bahnhof Gunzenhausen konnten sich die Gäste zusammen mit Bürgermeister Joachim Federschmidt überzeugen, dass ein barrierefreier Ausbau des Gunzenhäuser Bahnhofs dringend erforderlich wäre. Christa Naaß verweist darauf, dass sich die Bahn zwar als Vorreiter bei Barrierefreiheit im Verkehrsbereich brüstet, aber bei der Umsetzung mangelt es massiv. Die Stadt Gunzenhausen hat enorme Eigenleistungen bei der Schaffung eines attraktiven Umfeldes des Bahnhofes und der Verlängerung der Bahnsteigunterführung getätigt. „Jetzt ist die Bahn dran““, so Federschmidt.
Insbesondere wegen des Themas „Reaktivierung der Bahnstrecken Nördlingen-Gunzenhausen und Nördlingen-Dombühl“ waren die Bürgermeister Helmut Auer aus Dombühl und Siegfried Heß aus Leutershausen in die Altmühlstadt gekommen. Aber auch der S-Bahn-Ausbau bis Dombühl und eine Verbindung im Stundentakt nach Crailsheim waren Forderungen der Bürgermeister.
Frau Ute Vieting, Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg und Bürgermeister Federschmidt schilderten den Gästen, unter denen auch der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Uwe Döbler weilte, den aktuellen Stand der Bemühungen um die Reaktivierung dieser Strecken:
Mittlerweile haben sich 14 Kommunen zu der Interessensgemeinschaft „IG Reaktivierung der Bahnstrecken Nördlingen-Gunzenhausen und Nördlingen-Dombühl“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, dass neben dem Güterverkehr künftig auch wieder Personenzüge auf diesen Strecken verkehren sollen.
Ein Anliegen, was nicht nur landkreisübergreifend, sondern auch bezirksübergreifend vertreten wird, wie Bürgermeister Matti Müller und der stv. Landrat von Donau-Ries Alfred Stöckl beim anschließenden Gespräch in Oettingen i. Bay. darstellten.
Unter Federführung des Landkreises Ansbach soll in Zusammenarbeit mit dem VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) ein Gutachten erstellt werden, das aktuelle Zahlen über das Passagieraufkommen sowie über den künftigen Investitionsbedarf liefern soll. Die Mittel dafür sollen zu je 20 Prozent von den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen, Ansbach und Donau-Ries und zu 40 Prozent vom Freistaat Bayern übernommen werden. Uwe Döbler spricht sich dafür aus, dass sich der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen an dem Vorhaben beteiligt.
Für die Abgeordneten Naaß, Fograscher und Paula muss jedoch im Falle einer Realisierung eines klar sein: es darf bezüglich der Mittelbereitstellung für die anstehenden Investitionen nicht zu einem „Ping-Pong-Spiel“ zwischen Bund und Land kommen, in dem man die Zuständigkeiten bei der Finanzierung hin und her schiebt. „Für den Schienenpersonennahverkehr ist eindeutig das Land zuständig, für den Güterverkehr der Bund“.
„Nachdem dieses Projekt nicht nur landkreis- und bezirksübergreifend, sondern auch parteiübergreifend als wichtig für die Weiterentwicklung unserer Region und für die Tourismusentwicklung gesehen wird“, so Christa Naaß, „hat dieser erneute Anlauf eine größere Chance auf Realisierung als in der Vergangenheit“!