
Christa Naaß (rechts) mit Bildungsexperte Martin Güll und Annette Voss
Bildungsdialog der SPD-Landtagsfraktion zur Gemeinschaftsschule mit dem Bildungsexperten Martin Güll in Herrieden gut besucht

Bildungsdialog der SPD-Landtagsfraktion zur Gemeinschaftsschule mit dem Bildungsexperten Martin Güll in Herrieden gut besucht
Weder Lehrer, Schulleiter und Bildungsexperten, noch Kommunalpolitiker und Demographen oder Schüler und Eltern sind mit dem aktuellen dreistufigen Bildungssystem wirklich zufrieden. Das war aus den Gesprächen und Diskussionen beim Bildungsdialog der SPD-Landtagsfraktion in Herrieden deutlich heraus zu hören.
Landtagsabgeordnete Christa Naaß konnte neben der Leiterin der Schulabteilung der Regierung von Mittelfranken, Frau Hildegund Rüger , Herrn Schulrat Balk aus Weißenburg auch zahlreiche Vertreter von Eltern-, Lehrerverbänden, Gewerkschaften wie z.B. den mittelfränkischen BLLV-Bezirksvorsitzenden Gerhard Gronauer oder GEW-Vorstandsmitglied Harald Dösel begrüßen.
„Die Gemeinschaftsschule ist eine Schulart, die die SPD-Landtagsfraktion in Bayern einführen möchte, eine Schulart, die es in anderen Ländern und Bundesländern schon gibt, in der ein längeres gemeinsames Lernen möglich ist, alle Kinder optimal gefördert werden können und vor allem wohnortnah die bestmöglichsten Bildungsabschlüsse angeboten werden können“, stellte Gastgeberin Christa Naaß, zu Beginn der Veranstaltung die Vorteile der Gemeinschaftsschule heraus. „Die Gemeinschaftsschule ist die bessere Antwort auf alle bildungspolitischen Baustellen in Bayern“!
Konfrontiert mit der Schülerentwicklung im Landkreis Ansbach, nach der von den 22 Hauptschulen im Landkreis im Jahr 2015 voraussichtlich 47 Prozent ohne 7. Jahrgangsstufe sein werden, bestätigten sowohl Kurt Unger, Stellvertretender Landrat des Landkreises Ansbach, als auch Lutz Egerer, Bürgermeister von Petersaurach, diese alarmierenden Entwicklungen in ihrem Zuständigkeitsgebiet.
„Das Hauptproblem für unsere Schulen ist nicht der demographische Wandel, sondern die Übertrittszahlen“, erklärte Lutz Egerer. „Spätentwickler fallen durch das Raster, durch die frühe Auslese leidet das Gemeinschaftsgefühl, weil die Kinder oft sehr lange Fahrtwege haben können sie oft nicht mehr in Vereinen aktiv sein und die zunehmend kleineren Klassen kommen schnell an ihre Grenzen.“
„Für unseren Landkreis besteht das Problem auch darin, dass wir derzeit stark in unsere Schulen investieren müssen“ betonte Kurt Unger, „ohne zu wissen, wohin es bildungspolitisch in den nächsten fünf Jahren hin geht. Deshalb brauchen wir endlich einen Schulentwicklungsplan. Sonst investieren wir ins Blaue. Und das können und wollen wir uns nicht leisten“.
Dass es eine Schulart gibt, deren Ausrichtung und Aufbau in sehr weiten Teilen allen Beteiligten entgegen kommt, erläuterte Martin Güll, Vorsitzender des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtages , den rund 70 interessierten Besuchern des Bildungsdialoges in Herrieden.
„Es gibt mit der Gemeinschaftsschule eine Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem, das, bezogen auf die Sekundarstufe I, also die Klassen 5 bis 10, bereits ab einer Schülerzahl von 200 Schülern funktioniert. Alle Schulabschlüsse können in einer solchen Schule angeboten werden, ohne den derzeit gültigen Lehrplan außer Acht zu lassen. Das heißt, dass die Schüler später ohne Probleme zum Beispiel auf die gymnasiale Oberstufe wechseln oder einen allgemein gültigen Schulabschluss wie den Qualifizierenden Hauptschulabschluss und die Mittlere Reife erwerben können, ohne sich schon in der vierten Klasse auf einen bestimmten Schulzweig festzulegen.
Das schaffen wir durch passgenaue, individuelle Lernangebote, ein pädagogisches Konzept mit rhythmisiertem Ganztagsplan und eine Umstellung der Rolle der Lehrer und Pädagogen.
Dass das funktioniert, zeigen bereits existierende Gemeinschaftsschulangebote in anderen Bundes-ländern. Hier steht die individuelle Förderung der Kinder im Vordergrund, die Lehr- und Lernmethoden sind innovativ und den Bedürfnissen von Schülern und Lehrern angepasst.“
In zwei Gesprächsrunden, geleitet von Martin Güll und Annette Voss, Parlamentarische Beraterin der SPD-Landtagsfraktion, diskutierten die Gäste das Für und Wider einer Gemeinschaftsschule, aber auch die derzeitigen bildungspolitischen Baustellen der CSU/FDP-geführten Staatsregierung.
Weitere Fotos zum Bildungsdialog finden Sie in der Bildergalerie unter der Überschrift "Im Stimmkreis (2)"
Homepage Christa Naaß, Bezirkstag