Die Sprecherin für den ländlichen Raum und stellv. SPD-Landesvorsitzende Annette Karl zum Internationalen Tag der Frauen in ländlichen Gebieten am 15. Oktober
"Frauen sind das Rückgrat der ländlichen Regionen, nicht nur in Bayern sondern weltweit. Aber gerade junge, gut ausgebildete Frauen sind auch diejenigen, die ihre Heimat verlassen, wenn es keine passenden Arbeitsmöglichkeiten gibt und die Umgebungsbedingungen nicht familiengerecht sind. Deshalb ist auch in den betroffenen ländlichen Regionen Bayerns Abwanderung weiblich. "Dies hat zur Folge, dass die Anzahl junger Familien in diesen Gebieten immer weiter zurück geht und sich das Demographieproblem verschärft", erklärt die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für den ländlichen Raum und stellv. Vorsitzende der Bayern-SPD, Annette Karl, zum Internationalen Tag der Frauen in ländlichen Gebieten am Samstag, 15. Oktober.
"Hier gilt es anzusetzen", betont die SPD-Abgeordnete. "Die Infrastruktur auch in dünn besiedelten Landesteilen muss zukunftssicher gemacht werden. Ich fordere die Staatsregierung auf, endlich Grundlagen für eine flexible, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu legen, damit Frauen ihrer Qualifikation entsprechende Arbeitsplätze besetzen können und nicht in schlecht bezahlte Teilzeitarbeit abgedrängt werden. Es braucht Finanzierungsmöglichkeiten und Bestandsgarantien auch für sehr kleine Kindergruppen in kleinen Landgemeinden. Gerade in Zeiten eines drohenden Fachkräftemangels ist eine verstärkte Kooperation von Staat und Wirtschaft in diesem Bereich angesagt."
"Eine gute Infrastruktur ist Lebensqualität", stellt Annette Karl fest. "Dazu gehören der Erhalt der wohnortnahen Schulen, ein funktionierender ÖPNV, eine gute Gesundheitsversorgung, kulturelle Angebote und endlich der Anschluss an die Datenautobahn in allen Teilen Bayerns. Deshalb müssen - so die SPD-Politikerin - die Bereiche Bildung, Soziales, Gesundheit und Kultur wieder in den Zuständigkeitsbereich des Landesentwicklungsprogramms (LEP) aufgenommen werden. "Der vom Kabinett vorgelegte Entwurf des Landesplanungsgesetzes, der diese Themenbereiche für das LEP ausdrücklich ausschließt, muss sofort revidiert werden. Der Nachtwächterstaat à la FDP ist kein Zukunftsmodell für Bayern."
Karl weist darauf hin, dass Frauen im ländlichen Raum oft einer Dreifachbelastung durch Landwirtschaft, Familie und Beruf ausgesetzt sind. Flexible familienentlastende Dienste und das Sicherstellen der Eltern-Kind-Kuren-Angebote auf altem Niveau sind hier wirksame Hilfen. Der Versuch, Frauen mit 150 Euro Betreuungsgeld über die Tatsache fehlender passgenauer Betreuungsmöglichekeiten hinwegzutäuchen, werde nicht gelingen. Das Geld sei besser angelegt in einer nachhaltigen frauen- und familienfreundlichen Infrastruktur. "Familienfreundliche Politik ist die beste Prävention gegen demographische Herausforderungen", betont die SPD-Sprecherin für den ländlichen Raum.