Die Arbeiterwohlfahrt wird 100 Jahre alt

Veröffentlicht am 14.12.2019 in Soziales

Marie Juchacz. © Foto: AWO Duisburg

Sozialreformerin und Frauenrechtlerin: Am 13.12.1919 hat Marie Juchacz, die erste weibliche Abgeordnete, die vor der Weimarer Nationalversammlung gesprochen hat, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) geründet: „Dieses Datum bedeutet gleichzeitig den Start ins ,Jubiläumsjahr‘ der bayerischen AWO, die sich in den folgenden Monaten formierte. Längst ist sie eine der großen gesellschaftlichen Organisationen im Freistaat, die von 60.000 Mitgliedern, 33.000 hauptamtlichen Beschäftigten und 13.500 regelmäßig Engagierten getragen wird“, bilanziert Thomas Beyer, Landesvorsitzender der AWO in Bayern und stellvertretender Präsident der AWO bundesweit. 

Unleugbar sei die bayerische AWO heute ein Sozialunternehmen, dennoch: „Unsere Mitglieder geben der AWO die Legitimation für ihr öffentliches Handeln, sie erwarten, dass sie sich zu gesellschaftspolitischen Themen positioniert und maßgeblich zur gleichberechtigten Teilhabe aller Bürger*innen beiträgt. Um dem gerecht zu werden, gilt es, nicht nur andere zu hinterfragen, sondern auch eigenes Tun zu reflektieren“, erklärt der AWO-Chef. 

Vor diesem Hintergrund sei auch die Publikation konzipiert, die 2020 erscheinen soll und die den  Arbeitstitel „AWO Bayern 1920 bis 2020 – Bilanz und Perspektiven“ trägt.

Beyer: „Wir haben uns gegen eine Festschrift mit Grußworten und für einen Aufsatzband entschieden. Darin sollen Bereiche benannt werden, in denen die AWO Bayern aktiv ist.“ Die Themen seien vielfältig; neben solchen wie Pflege, Kinderbetreuung und Migrationsberatung, die man unmittelbar mit der AWO verbindet, auch solche, bei denen dies möglicherweise noch nicht so der Fall sei, etwa Digitalisierung und Umwelt. „Wir gehen davon aus, dass auch das eine oder andere Kritische zu lesen sein wird, denn nicht nur die Themen, auch die Autor*innen sind sehr unterschiedlich“, sagt Beyer. 

Neben Personen aus der AWO habe man Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik um ihren Beitrag und letztlich ihre Meinung gebeten und damit den Binnenblick verlassen. Beyer: „Was mich besonders freut, ist, dass wir die Schrift gemeinsam mit Professor Hermann Rumschöttel herausgeben werden. Als Historiker und ehemaliger Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns ist er ein Garant für Facettenreichtum und Akribie.“

Neben dieser Publikation wird es 2020 die Wanderausstellung „Macherinnen. Helferinnen. Frauen und die AWO“ geben, die die für die AWO prägende Kraft ihrer weiblichen Mitglieder und Mitarbeitenden aufzeigt. Hier schließt sich der Kreis zu Juchacz, der Sozialreformerin und Frauenrechtlerin.

Mehr zu Marie Juchacz: https://www.awo.org/ein-denkmal-fuer-marie

Mehr zur AWO-Geschichte: https://www.awo.org/ueber-uns/awo-historie

Zur Jubiläumswebsite: https://www.100jahreawo.org

 

Die AWO in Bayern zählt ca. 60.000 Mitglieder und beschäftigt über 33.000 haupt­amtliche Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus engagieren sich mehr als 13.500 Menschen ehren­amtlich in verschiedenen sozialen Bereichen. In über 1.900 Einrichtungen und Diensten ist die AWO landesweit gesellschaftlich aktiv und auf allen Gebieten der Sozialen Arbeit, der Erziehung, der Bildung und des Gesundheitswesens tätig.

 

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