Schulische Sorgen an MdL Annette Karl „übergeben"
Die Vorsitzenden der BLLV-Kreisverbände Eschenbach, Neustadt, Weiden und Vohen-strauß trafen sich im Bürgerbüro der SPD in Neustadt mit der Landtagsabgeordneten Annette Karl. Inhalte der Diskussion waren die Unterrichtsversorgung, die Situation der Flüchtlinge, die Belastung der Schulleitungen, die Lehrergesundheit und die Schule im ländlichen Raum. Die Kreisvorsitzenden Martina Maier, Manuel Sennert und Uwe Prösl sowie die stellvertretende Vorsitzende Elisabeth Graßler und Vorstandschaftsmitglied Alfons Raab informierten die Abgeordnete über die aktuellen Sorgen der Kollegen.
Durch eine zu knappe Kalkulation bestehe bereits zur derzeitigen Zeitpunkt ein Engpass bei den mobilen Reserven. Die Schulen werden zusätzlich durch Vertretungen belastet, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Das belaste die Gesundheit der Lehrer. Viele Kollegen unserer Schulen sind zwischen 55 und 65 Jahre alt. Die berufliche Belastung wirke sich gerade bei älteren Lehrern negativ aus. Einen weiteren Engpass werde es
wohl im Zusammenhang mit den Februarpensionierungen geben. In diesem Zusammenhang forderten die BLLV-Vertreter die Einführung des Stufenlehrers, der in allen Schularten unterrichten könne. Diese Meinung vertrat auch die Abgeordnete.
Eine unbefriedigende Situation sieht der BLLV im Fehlen von Übergangsklassen. Flüchtlingskinder besuchen die Regelklassen, hätten nur wenige Stunden Sprachunterricht und würden nicht bedarfsgerecht gefördert. Notwendig seien Dolmetscher und Psychologen, die bei der Integration helfen könnten. Die Abgeordnete bestätigte, dass Integration Zeit und Personal brauchte. Nach Auffassung der Abgeordneten müsse der Beruf der Grund-und Mittelschullehrer für junge Menschen wieder attraktiver gemacht werden. Die Bildung von Kombiklassen dient in den Augen der Abgeordneten der Einsparung von Lehrerstellen und wird so zum Sparmodell. Im Zusammenhang mit der Besetzung von Schulleiterstellen in kleineren Schulen appellierte Annette Karl an den BLLV, sich für den Erhalt der Grundschulen auch in kleineren Orten einzusetzen. Die BLLV-Vertreter beklagten die zunehmende Verwaltungstätigkeit für die Schulleitungen in kleineren Schulen. Für die Abgeordnete werden auf diese Weise kleine Schulen unattraktiv gemacht. Auch die Umsetzung der Inklusion ist laut Karl eine "billige Variante der Förderschule".
Annette Karl dankte für die Aussprache und kündigte an, die Informationen an die Vertreter im Landtag weiterzuleiten.
Quelle: Oberpfälzer Schule, Zeitschrift des Bezirksverbandes Oberpfalz des BLLV, Heft 1 2016