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Billigimporte setzen der Branche zu

Veröffentlicht am 10.02.2011 in Presse

Ingenieur Wolfgang Leipold (rechts) zeigte den SPD-Abgeordneten das neueste Porzellandesign.

Seltmann-Geschäftsführer beklagt viele Standortnachteile – SPD-Abgeordnete auf Werksbesichtigung in Erbendorf
„Die Porzellanfabrik Seltmann Weiden ist ein Beispielbetrieb für Innovation und Qualität, gerade in einer strukturschwachen Region“,
bestätigte Landtagsabgeordnete Annette Karl, als sie gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Werner Schieder das Werk Erbendorf
besuchte. Die Geschäftsführer Christian R. W. Seltmann und Josef Kallmeier begrüßten die SPD-Politiker. Der Werksbesichtigung schlossen
sich Gespräche mit der Firmenleitung und dem Betriebsrat an. Mit dabei
waren auch SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer sowie die Bezirks- und Kreisrätin Brigitte Scharf.

Alles automatisiert
Für mehrere Millionen Euro wurde das Werk in Erbendorf in den vergangenen Jahren modernisiert, um im Wettbewerb mit ausländischen Produktionsstandorten Bestand zu haben. Wie das „weiße Gold“ heute hergestellt wird, zeigte Ingenieur Wolfgang Leipold. Vom automatisierten Betriebsablauf mit eingesetzten Robotern
waren die Gäste beeindruckt.
„Seltmann hat in der Region einen Traditionsnamen mit einer weltweit
guten Marke“, erklärte Werner Schieder nach dem Rundgang. Er sei sich der Veränderungen mit dramatischen Auswirkungen auf die Porzellanlandschaft der Nordoberpfalz bewusst. Annette Karl fügte an, Seltmann habe es geschafft, die Wirtschaftskraft in der Region zu erhalten.
Heute sind es in Erbendorf 300 und in Weiden 500 Beschäftigte. Beide
Abgeordnete dankten der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat,
der mit der örtlichen Vorsitzenden Gisela Kropf und Gesamtbetriebsratsvorsitzender Margit Forster vertreten war, für ihre Zusammenarbeit, um den Standort zu erhalten und nach vorne zu bringen. Wie Forster betonte, gab es 2010 weder Kurzarbeit noch Entlassungen.
Die Standorterhaltung machte auch Christian R. W. Seltmann an. „Das liegt nicht alleine daran, dass die Unternehmer und die Mitarbeiter es wollen. Auch die Politik muss es wollen“, betonte er. Davon könne aber keine Rede sein. „Uns sind Hemmnisse in den Weg gelegt, die uns als Standortnachteile treffen.“ In der gesamten Porzellanbranche seien
Umsätze durch Billigimporte aus China verloren gegangen. „Um Wettbewerb in unserem Preissegment zu haben, brauchen wir eine Branchenstärkung.“ Bereits 90 Prozent des gesamten Porzellanumsatzes würden aus Importen bedient.
Mehrkosten von 3,5 Cent pro Kilowatt kommen laut Josef Kallmeier
mit Einführung der Energiesteuer durch das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) auf das Unternehmen zu. „Man habe rund 150.000 Euro an zusätzlichen Kosten ohne Möglichkeit, diese zu umgehen, über den Preis oder die Lohnkosten weiterzugeben. Schieder entgegnete, die SPD-Bundestagsfraktion habe einen Antrag
auf Beibehaltung des bisherigen Gesetzes gestellt, so dass keine Erhöhung auf die Industrie und Verbraucher zukämen.

Ungerechter Formalismus
Bürokratie und Formalismus bei Investitionen beklagte Geschäftsführer Christian R. W. Seltmann (in der Mitte des Bildes) beim Werksbesuch der SPD-Politiker in Erbendorf. „Die nationalen Vorschriften in diesem Bereich sind enorm.“ Von der Politik wünsche er sich mehr Gerechtigkeit. Innerhalb Europas würden die gesetzlichen
Vorgaben unterschiedlich ausgelegt und überprüft, so dass es keinen Spaß mehr mache, am Standort Deutschland zu investieren.
Rückendeckung bekam der Unternehmer vom SPD Kreisvorsitzenden Rainer Fischer, der die Ursache teilweise im nationalen Recht sieht: „Das ist eine große Ungerechtigkeit.“ Landtagsabgeordnete Annette Karl forderte: „Wir müssen erreichen, dass – langfristig gesehen – in der EU die gleichen Vorschriften gelten und diese auch in allen Ländern gleich umgesetzt werden.“ Auch Bundestagsabgeordneter Werner Schieder befand: „Die Kritik von Herrn Seltmann ist berechtigt.“ Die Brüsseler Instanzen seien schwer zu durchschauen.

aus oberpfalznetz.de njn

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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