Ab Sommer in Vilseck wieder möglich - Dann weniger Wartezeit in Neukirchen
Wer mit dem Zug von Amberg nach Nürnberg fährt, kennt die Situation: Man steht in Neukirchen und kann nicht weiter, weil der Regionalexpress aus Weiden auf sich warten lässt. Woran liegt's? An der Engstelle in Vilseck, sagt die Bahn, wo kein Begegnungsverkehr von Zügen möglich ist. Bis Juni soll dieses Manko behoben sein. Das war die gute Nachricht beim Termin der Landtagsabgeordneten Annette Karl und Reinhold Strobl (SPD) am Bahnhof Vilseck.
Nach Auskunft der Deutschen Bahn soll das Relais, das notwendig ist, um den vor etwa zehn Jahren abgeschafften Begegnungsverkehr in Vilseck wiedereinzuführen, in den nächsten zwei bis drei Monaten eingebaut werden. Mit der Inbetriebnahme sei im Juni zu rechnen. Laut Martin Seibert, von Beruf Zugführer, braucht es auch noch neue Lichtsignale und elektronische Weichenantriebe, um das dann fernbetriebene Stellwerk in Vilseck in Betrieb gehen zu lassen. "Aber das ist in einem Monat gemacht." Womit die guten Nachrichten auch schon am Ende angelangt waren. Der Vilsecker SPD-Stadtrat Josef Götz fand nämlich beim Blick auf diese Entwicklung, dann hätte man sich 50 000 bis 100 000 Euro sparen können, wenn man die Arbeiten an der Unterführung beim Bahnhof und dem Stellwerk dort richtig geplant und terminiert hätte, weil man dieses Stellwerk ab Sommer offensichtlich nicht mehr brauche.
Götz und seinem Fraktionskollegen Heinrich Zinnbauer stieß zudem sauer auf, dass bei dem privat betriebenen Bahnhofsgebäude (Zinnbauer: "Das wäre sonst eine Ruine") die Bahn keine Rücksicht auf die Interessen des Pächters nehme: "Jetzt haben sie ihm das Gleis bis zwei Meter vor die Tür gelegt." Dass vom Stellwerk aus keine Durchsage mehr für den Bahnhof gemacht werde, weil eine Bahngesellschaft der anderen diese zusätzliche Leistung nicht vergüten wolle, führte Götz auf einen "Flickenteppich an Zuständigkeiten" zurück, der am mangelnden Service mit schuld sei: "Das sind Irrwitzigkeiten."
"Ewige Unpünktlichkeit"
"Es wird einem fast unmöglich gemacht, vernünftig mit der Bahn zu fahren", beklagte Annette Karl unzureichenden Service, "miserable Informationspolitik", die "ewige Unpünktlichkeit der Regionalexpresse nach Regensburg", fehlende Zugbegleiter (die auch für das Sicherheitsgefühl wichtig seien) und mangelnde Anstrengungen in Richtung Barrierefreiheit der Bahnhöfe für Behinderte. Die Abgeordnete forderte mehr Augenmerk auf die ländlichen Regionen: "Die Bahn muss sich kundenorientiert geben, nicht nur auf den ICE-Strecken, sondern auf allen."
Martin Seibert meinte, Hintergrund etlicher Defizite sei die Privatisierung der Infrastruktur und auch die Ausweitung des Zugverkehrs: "Sie haben im Lauf der Jahre auf die Nebenstrecken viel draufgeknallt, ohne die Infrastruktur zu verbessern."
aus Oberpfalznetz.de