Landtagsabgeordnete Annette Karl bedankte sich beim neuen Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden (WWA) Walter Raith für den freundlichen Empfang und betonte die Wichtigkeit regelmäßiger Kontakte zwischen Abgeordneten und Behörden. Sie wünschte Herr Raith viel Erfolg bei seiner verantwortungsvollen Tätigkeit. Das aktuell wichtigste Thema für das Amt ist die Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie. Raith erläuterte dazu, dass es bei diesem Prozess darum gehe, das Hochwasserrisiko an den Gewässern zu bewerten und Konzepte für den Umgang mit dem Hochwasserrisiko zu entwickeln. "Die Hochwassergefahr ist vielen Bewohner in den Talräumen nicht bewusst. Deshalb ist es wichtig, das Risiko und den möglichen Umgang damit aufzuzeigen" so Raith. Erreicht werden soll unter anderem, dass Hochwassergebiete möglichst baufrei bleiben oder Bauten mit entsprechenden Schutzmaßnahmen versorgt werden.
Karl erkundigte sich auch nach den Auswirkungen des Stellenabbauprogramms der Staatsregierung im öffentlichen Dienst. Immerhin werden bis zum Jahr 2019 fast ein Drittel der Stellen an den Wasserwirtschaftsämtern gestrichen. Dies hat unter anderem auf die enorm wichtige Beratungsleistungen des WWA Auswirkungen. Deutlich wird dies unter anderem daran, dass Kommunen bei Gewässern in ihrem Leistungsbereich (Gewässer 3. Ordnung) vermehrt auf externe, kostenpflichtige Leistungen zurückgreifen müssen. Gleiches droht bei der Beprobung in der Abwasserwirtschaft. Karl befürchtet, dass dadurch die Kosten für die Bürger steigen.
Das Thema Energiewende berühre derzeit das WWA weniger, da Behördenchef Raith derzeit kaum Potenzial für Wasserkraftprojekte in der Region sieht. Interessant werden könnten allerdings bestehende Wasserkraftwerke, die in Bezug auf Effizienzsteigerung umgebaut werden und damit kleinere Steigerungsraten bei der Erneuerbaren Energien (EE) ermöglichen.
MdL Karl hob besonders den hohen Standard beim Grundwasserschutz und die vorsorgende Tätigkeit der Ämter in Bayern hervor. Leider sei es so, dass durch kurzfristige Sparmaßnahmen vom Staat zwar Gelder eingespart werden könnten, aber die Folgen gerade beim Grundwasser erst in vielen Jahren sichtbar würden. "Ich werde mich deshalb auch dafür stark machen, dass die Behördenstruktur so erhalten bleibt, wie sie ist. Die Bündelung von so viel Kompetenz durch Chemiker, Biologen, Ingenieuren, Technikern und weiteren Berufen kann bei einer Verlagerung dieser Tätigkeit auf die Landratsämter nicht in gleicher Qualität geleistet werden. Dazu fehlen einfach die personellen Ressourcen in den einzelnen Ämtern." Karl zeigte sich auch davon überzeugt, dass bei der Fortschreibung des Landesentwicklungsplan weiterhin der Wasserschutz eine wichtige Rolle spielen muss. Annette Karl dankte abschließend Raith für das informative Gespräch und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit.