Die Wiedereingliederung von Berufsrückkehrerinnen stand im Mittelpunkt eines Gesprächs zwischen der Weidener Arbeitsagentur und dem Arbeitskreis Wirtschaft der SPD-Landtagsfraktion. Dabei sahen
die Sozialdemokraten die Verbesserung der Rahmenbedingungen als eine Grundvoraussetzung, um einen Job ausüben zu können. „Eine qualifizierte Betreuung außerhalb der Hauptarbeitszeiten ist sehr wichtig“, forderte Abgeordnete Annette Karl einen Ausbau der Kinderbetreuung in der Region.
Professor Dr. Werner Widuckel war sich sicher, dass sich die Aufgabenstellung der Arbeitsmarktpolitik ausweiten werde. Der Landtagskandidat und wirtschaftspolitische Berater des SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude nannte dabei die drei Bereiche Qualifikation, Betreuung von Vermittlungsprozessen
und individuelle Betreuungsansätze. „Es geht darum, aktiv Einfluss auf den Arbeitsmarkt zu nehmen.“
Gefahr Hartz-IV-Karriere
Das ehemalige Vorstandsmitglied der Audi AG sah zudem Mittelkürzungen für die Agenturen sehr kritisch: „Weitere Einschränkungen sind nicht tragbar.“ Denn noch immer gebe es zu viele Arbeitslose. Zukünftig erfordere der demografische Wandel einen zusätzlichen Qualifikationsbedarf. Außerdem müssten bestimmte
Arbeitsmarktbarrieren gesenkt werden. Dabei stehe die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Vordergrund.
„Diese Gruppe muss besser integriert werden“, lenkte Widuckel den Blick auf Arbeitslose zwischen 17 und 20 Jahren. Denn ansonsten bestehe die Gefahr einer Hartz-IV-Karriere. Als neue Arbeitsfelder identifizierte er die gemeinsame Bewältigung des lebenslangen Lernens sowie den Verbund zwischen Arbeitsmarktpolitik
und Betrieben. Denn die Unternehmen müssten mehr Qualifikationsmaßnahmen anbieten.
Agentur als Vorreiter
Thomas Würdinger, Chef der Weidener Arbeitsagentur, rückte für die Zukunft die Vermittlung von älteren Arbeitnehmerinnen in den Mittelpunkt. Dieser Personenkreis habe einen erhöhten Beratungs- und Qualifikationsbedarf. Viele der Betroffenen hätten schon seit Jahrzehnten keine Bewerbung mehr geschrieben. „Wir müssen sie besser in die Suchprozesse am Arbeitsmarkt einführen.“ Zudem machte der Vorsitzende der Geschäftsführung darauf aufmerksam, dass die Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt für alle Personengruppen gesondert betrachtet werden müssen. „Es geht nicht nur um Statistiken, sondern um nachhaltige Arbeit“, lobte Abgeordnete Annette Karl Würdinger und sein Team. Und Widuckel bezeichnete die Weidener Agentur als Vorreiter und Arbeitslabor. „Die Agenturen werden weiterhin genügend
Tätigkeitsfelder haben.“
(Quelle: Der Neue Tag vom 9. April 2013,rti)