Brauingenieur Erhard Scheuerer informierte Annette Karl über den „Etikettenstreit“ (Bild: gi)„Da wiehert aber gewaltig der Amtsschimmel“, schmunzelte das Mitglied der Landtagsausschüsse für Wirtschaft und Landwirtschaft, Annette Karl, als ihr Brauingenieur Erhard Scheuerer die Geschichte von den angeblich falschen Etiketten auf seinem Kellerbier erzählte. Bei einem Besuch der Privaten Landbrauerei informierte sie sich über die Sorgen der kleineren Brauereien.
Seit 1997 bringt die Brauerei das Kellerbier auf dem Markt. „Es ist das am zweitbesten verkaufte Flaschenbier unserer Brauerei und beruht auf alten Rezepten meiner verstorbenen Tante Margareta Seiler“, erklärte Scheuerer. „Kellerbier muss immer natur- oder hefetrüb sein“, wissen die Experten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie das Landratsamt Neustadt/WN. Das Kellerbier der Brauerei Scheuerer weist aber auf dem Flaschenetikett seit 1997 darauf hin, dass es fein filtriert ist. So lieben die vielen Kunden in der ganzen Oberpfalz ihr Kellerbier. „Das ist gesetzlich aber nicht in Ordnung“, meint das Landratsamt. Das Etikett des Moosbacher Kellerbiers soll nun entsprechend geändert werden. Einige 100 000 Etiketten müssten somit eingestampft werden. Dafür zeigte Landtagsabgeordnete Karl kein Verständnis.
Sorgen verursachen laut Scheuerer auch der allgemeine Rückgang des Bierverkaufs in Deutschland. Außerdem werde der Kampf der Großbrauereien immer härter. Der Rückgang werde aber durch Exporte nach
China, die USA, Frankreich und neuerdings sogar auch nach Russland wieder ausgeglichen. „15 Prozent unseres Bieren gehen schon ins Ausland“, freute sich Scheuerer. Immerhin gehöre sein Betrieb mit
zwölf Mitarbeitern mit zu den größten in der Marktgemeinde. Bei einem Rundgang konnten sich Karl in Begleitung der Gemeinderäte Hans Meier und Karl Liebl sen. sowie des SPD-Ehrenvorsitzenden Herbert Reitinger einen Überblick über die Arbeitsabläufe verschaffen.
(Quelle: Der Neue Tag vom 1. Juni 2013; gi)