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SPD fordert stärkere Investition in die Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten

Veröffentlicht am 02.09.2016 in Presse

Lediglich 20.000 € für Landkreis Neustadt – MdL Karl: Direktvermarktung stärkt regionale Wirtschaft und schafft Transparenz für die Verbraucher 

Wie viele Direktvermarkter es in Bayern gibt und wie diese durch die Staatsregierung unterstützt werden, das wollte die SPD-Landtagsfraktion vom Landwirtschaftsministerium wissen. Die wenig detailreiche Antwort auf ihre Anfrage legt jedoch offen, dass das CSU-geführte Ministerium keinen Kenntnisstand über Anzahl, Verteilung und Art der in Bayern befindlichen Direktvermarktungs-Betriebe hat. Lediglich die Höhen der Fördersummen sind bekannt. So wurden in den Jahren 2010 bis 2016 nur knapp 2.536.000 € an Fördergeldern in Bayern vergeben, wie MdL Annette Karl mitteilt.

Die Landshuter SPD-Abgeordnete Ruth Müller, die federführend die Anfrage für die SPD gestellt hat, ist über die Unwissenheit von Landwirtschaftsminister Brunner überrascht: „Die Staatsregierung huldigt in Sonntagsreden immer der regionalen Vermarktung und ist doch zu Gänze im Tal der Ahnungslosen – statt dessen kennt man jede Tonne Milchpulver, welche nach China verschifft wird, mit Namen!“ Schlimm sei nicht nur die geringe Fördersumme, auch seien manche Landkreise und Städte, wie Tirschenreuth und Weiden, komplett leer ausgegangen. So wurden für den Regierungsbezirk Oberpfalz im gesamten Zeitraum nur 169.089 € bereitgestellt. Der Landkreis Neustadt erhielt lediglich im Jahr 2011 eine Förderung in Höhe von 20.000 €, stellt Annette Karl fest.

Demnach ist Landwirtschaftsminister Brunner auch über den Anteil der Ökobetriebe im Dunkeln. Deshalb fordert die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD Annette Karl: „Wir brauchen eine klare Offensive zur Stärkung der bäuerlichen Vermarktung direkt an die Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort. Der Slogan Weltmarkt und Wochenmarkt darf nicht länger eine Seifenblase des Ministers bleiben.“

Konkret fordert Karl, dass die Vorgaben bei der Direktvermarktung, beispielsweise beim Betrieb von Milchtankstellen, überprüft und erleichtert werden. Weiterhin sollte umgehend die Erfassung der regionalen Direktvermarkter erfolgen, um entsprechende Förderungspotenziale offenzulegen. Darüber hinaus muss die Ernährungsbildung in den Schulen verstärkt werden. Nur mit einem ausreichenden Bewusstsein für lokalen Konsum kann Vermarktung vor Ort gelingen. „Hier geht es nicht um eine romantische Idylle, sondern um die Wertschöpfung im ländlichen Raum und den Wunsch der Verbraucher, die Herkunft der Produkte zu kennen und zu erleben!“, mahnt Karl. Hier sollte dringend gehandelt werden.

Die geförderten Landkreise mit den entsprechenden Eurobeträgen finden Sie im verlinkenten pdf-Dokument

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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