MdL Annette Karl kann sich der Jubelstimmung des Innenministers Herrmann über das neue Regionalzugkonzept nicht vollständig anschließen. Es sei äußerst begrüßenswert, dass der Bahnknoten Weiden mit der Verbesserung der Umstiegsmöglichkeiten aufgewertet wird - es darf aber nicht aus dem Blick verloren werden, dass dadurch tagsüber nur noch ein Takt von alle 30 bzw. 90 Minuten nach Nürnberg entsteht.
Der Endpunkt Neustadt/WN verliert erheblich an Bedeutung, wenn in jedem zweiten Zug von und nach Neustadt die Fahrgäste 30 Minuten auf dem Bahnhof in Weiden im Zug sitzen und auf die Anschlüsse aus Regensburg oder Marktredwitz/Hof warten müssen.
"In meinem Büro sind schon zahlreiche Klagen über diese massive Verschlechterung für Pendler und Schüler eingegangen. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass man für die drei Minuten Fahrt zwischen Weiden und Neustadt so lange in Weiden warten soll," so Karl. Die Neustädterin Karl, welche selber diese Verbindung häufig nutzt, rechnet damit, dass die Fahrgastzahlen auf dem Abschnitt Weiden-Neustadt einbrechen werden. "Tagespendler werden wieder mit dem Auto nach Weiden fahren und von dort nach Nürnberg fahren. Ein weiterer Ausbau des bisher hervorragend angenommenen Park+Ride-Platzes in Neustadt wäre dann überflüssig. Aber auch die viel beworbenen Radtouristen für den Bocklradweg werden sich wohl umorientieren, wenn eine solche Taktungleichheit besteht."
Bisherige Gespräche mit der BEG (Bayerische Eisenbahngesellschaft) haben leider gezeigt, dass man dort die massiven Nachteile mit der 30 Minütigen Standzeit in Weiden nicht erkennt oder billigend in Kauf nimmt!


