„Vor 99 Jahren, am 19. März 1911, gingen erstmals Frauen in Berlin zum Frauentag für ihre Rechte auf die Straße“, erinnert die SPD-Landtagsabgeordnete Christa Naaß. „Sie kämpften um das Frauenwahlrecht, um ihre politischen Rechte und um Teilhabe an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens“.
Fast ein Jahrhundert später tragen Frauen Verantwortung in allen Bereichen unserer Gesellschaft und auf allen Ebenen. Junge Frauen sind heute so gut ausgebildet wie keine Generation zuvor. Und trotzdem liegt Deutschland bei der Gleichstellung zwischen Männern und Frauen zurück.
Immer noch liegt der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern bei etwa 23 Prozent. Das ist beschämend und inakzeptabel. Für die SPD gilt die Kernforderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen muss endlich geschlossen werden.
„Lohn ist ein wichtiger, aber nur einer von vielen Bereichen in denen Frauen immer noch das Nachsehen haben“, beklagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Christa Naaß. „Ein weiterer ist die öffentliche Anerkennung von Leistungen. Selbst im Jahr 2009 gingen nur knapp 28% der verliehenen Bayerischen Verdienstorden an Frauen. Gemessen an dem Frauenanteil in der Bevölkerung und dem was Frauen für die Gesellschaft in Familie, Beruf und Ehrenamt leisten ist das viel zu wenig“, findet die Haundorfer Abgeordnete.
Zur Beseitigung des Ungleichgewichts hat der Bayerische Ministerpräsident veranlasst, dass ab 2010 Vorschläge zur Auszeichnung mit dem Bayerischen Verdienstorden nur nach angenommen werden, wenn der Anteil der zur Auszeichnung vorgeschlagenen Frauen mindestens 30% beträgt. „Diese Regelung ist wieder eine typische Augenwischerei“, kritisiert Naaß. „Erstens ist mir die Zahl 30% unverständlich. Der Bevölkerungsanteil an Frauen liegt über 50%. Also warum nur 30%?“, fragt sich die Abgeordnete. Ihrer Meinung nach sagt der von der Staatsregierung angepeilte Anteil an vorgeschlagenen Frauen außerdem noch lange nichts über die letztendliche Verleihung der Orden aus. „Würde es die Staatsregierung mit Ihrem Vorhaben ernst meinen, dann würden sie dafür sorgen, dass 50% der verliehenen Verdienstorden auch tatsächlich an Frauen gingen. Das wäre wirkliche Gleichberechtigung!“