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Vereint für den ländlichen Raum- Annette Karl fordert Konzentration der politischen Zuständigkeit

Veröffentlicht am 27.09.2012 in Presse

Eine Lanze für den Landkreis und generell den ländlichen Raum brach Annette Karl

„Man muss aufstehen und erklären, ,Ihr habt uns vergessen‘. Es gibt nicht nur München.“ Mit diesem Appell wandte sich die Landtagsabgeordnete und stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Annette Karl an Parteifreunde und interessierte Thomasreuther. Bei einer gut besuchten Wirtshausdiskussion des SPD- Ortsvereins in der „Haifischbar“ machte sie sich stark für eine zukunftsorientierte Entwicklung und Stärkung des ländliches Raumes.

Der Gast fühlte sich sichtlich wohl in der Kneipe, in der er ein „wichtiges Stück Lebensqualität“ sah, das es in
Städten nicht gebe. Die Abgeordnete war damit bereits beim Thema des Abends, dem ländlichen Raum, den
es für die Zukunft fit zu machen gelte. „Wir haben alle Regionen im Blick und setzen nicht Leuchttürme wie die CSU.“ Nach diesem Vorwurf an den politischen Gegner – die Landtags- und Bundestagswahlen 2013 werfen ihre Schatten voraus – bezeichnete Annette Karl den steten Zuzug nach München als grenzwertig. Die Folge seien Schulschließungen auf dem Land, volle Schulen im Münchner Umland und zum Teil die Verlosung von Gymnasiumsplätzen. Die Abgeordnete forderte eine gleichmäßige Entwicklung mit Grundschulen und einer lückenlosen vernünftigen Kinderbetreuung. Es gelte zu verhindern, dass der ländliche Raum weiterhin der Wirtschaftsleistung der Städte hinterherhinkt und junge Familien mit Kindern Industrie und Schulen nachziehen.

Niedrige Wirtschaftskraft
Seine Vorteile sah sie im überschaubaren Leben und einer Vereinsstruktur, bei der man sich umeinander
kümmere. Karl brach eine Lanze für den Landkreis Neustadt/WN mit der landesweit höchsten Ehrenamtsdichte und einem hohen Maß an Brauchtum. Gründe für einen Wegzug sah sie in der regional niedrigen Wirtschaftskraft – die im Landkreis bei 20 000 Euro pro Person liegt, in München
bei 83 000 Euro – und im großen Unterschied beim verfügbaren Einkommen pro Person. Vor diesem
Hintergrund forderte sie, die Politik für den ländlichen Raum zu konzentrieren. Diese sei bisher auf mehrere Ministerien verteilt, was zur Folge habe, dass sich niemand verantwortlich fühle. Ihre weitere Forderung galt der Stärkung und Entlastung kleinerer und mittlerer Unternehmen. Auch die Landwirtschaft, einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren, müsse besser unterstützt werden.

Gemeinden entschulden
Karl sprach den in weiten Bereichen noch fehlenden Breitbandausbau an und hielt einen verbesserten öffentlichen Personennahverkehr sowie eine konkrete Unterstützung der Kommunen in Sachen Kinderbetreuung für unabdingbar. Hier hakte SPD-Ortsvorsitzender Andreas Karl ein: Er pries Eschenbachs Vorteile bei Schulen, Ärzten und Kinderbetreuungsstätten und rief dazu auf, sich zu „wappnen, damit es so bleibt“. Nicht unbeachtet ließ die Abgeordnete schließlich die angekündigten landespolitischen Anstrengungen und Vorhaben zur Staatsentschuldung: „Ein Drittel der Mittel, die für die Entschuldung Bayerns vorgesehen sind, muss der Entschuldung der Gemeinden dienen.“

(Text und Bild: rn, "Der Neue Tag" vom 27. September 2012)

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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