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Ude spricht vor voller Bude

Veröffentlicht am 12.08.2013 in Presse

Rund 1000 Besucher füllten das Festzelt bei Christian Udes Auftritt in Weiden (Bild: Wilck)

Christian Ude springt aus dem Wahlkampfbus („Ude. Genau hier.“). „Grüß dich, grüß dich“, begrüßt er die Abgeordnete Annette Karl mit Küsschen. „Ich bin seit gestern so was von der Oberpfalz begeistert“, richtet er auf dem strammen Marsch zum Bierzelt das Wort an Kurt Seggewiß.„Christian, das haben wir schon gehört“, antwortet der OB trocken.

Noch ehe der Münchner Amtskollege und SPD-Ministerpräsidentenkandidat seine Rede im Volksfestzelt beginnt, eilt ihm schon die erste Legende voraus. Ude hatte sich am Samstag beim Bräuwirt einquartiert. „Dann bin ich da irgendwie in eine Geburtstagsfeier hineingerumpelt.“ Ein Genosse feierte 30. (Stefan Völkl aus Pirk), der auch für Ude Plakate geklebt hat. „Das hat dann schon gelangt, dass wir ein bisserl versumpft sind“, erzählt Ude. „Da war eine Oberpfälzer Bodenständigkeit und Lebensfreude, dass es eine Pracht war.“ Unter den 1000 Zuhörern im vollen Zelt wird von einer Biertischgarnitur fröhlich gewunken. Ude winkt zurück:„Übrigens, da san’s.“

„Wirklich mal wechseln“

Zumindest am Sonntag hält Ude Wort, was man sich von ihm verspricht. Am Pult krempelt der 65-Jährige die Ärmel des weißen Hemdes hoch. Er wirkt fit, frisch. So schalkhaft wie sein Nockherberg-Doppelgänger. „Die kritischen Wechselwähler darf ich als erste begrüßen, sie sind am wichtigsten im Herbst.“ Pause. „Vor allem, wenn sie wirklich mal wechseln würden.“ Ist es dem Patzer bei den Luisenburg-Festspielen zu verdanken, die Ude ins Erzgebirge verlegte? Er nährt ausführlich das Oberpfälzer Bedürfnis nach mehr Aufmerksamkeit. Die CSU warne vor ihm als Münchner Oberbürgermeister und betreibe selbst „hemmungslosen Zentralismus“. „Wenn Sie in den letzten 50 Jahren das Gefühl hatten, benachteiligt zu werden, dann können Sie nur von der CSU-Staatsregierung benachteiligt worden sein. Weil es überhaupt nie eine andere gegeben hat.“ Von seiner Warte gebe es keinen Interessenskonflikt: „Es ist gar nicht so, dass die Münchner immer mehr Wachstum und Zuzug haben wollen.“ München leide unter Wohnungsnot und Mietbelastung. „Und was die Abwanderung für die Abwanderungsgebiete bedeutet, das wissen Sie ja ganz genau.“ Der ländliche Raum müsse gestärkt, Bayern ins Gleichgewicht gebracht werden.„Das ist für beide Seiten die einzige Zukunftsperspektive.“ Er habe sich für die Verlagerung von Behörden aufs Land ausgesprochen. Er habe dem Verteidigungsminister geschrieben, dass München nicht auf die Bundeswehr angewiesen sei. „Die CSU hat mir Verrat vorgeworfen.“ Plakativ wirft Ude seine Leitmotive ins Publikum. Schulschließungen in kleinen Gemeinden müssten nicht sein. „Es gäbe schon genug Kinder, aber dann darf man sie nicht mit 10 auseinander sortieren.“ Ein schnelles Internet im ländlichen Raum müsse öffentliche Aufgabe sein. Ausführlich – über 20 Minuten – beschäftigt sich Ude mit dem „Raubtierkapitalismus“. Um dann wieder die ganze Aufmerksamkeit der Oberpfälzer Zuhörer zu haben, als es um Löhne geht. „Es gibt immer mehr Menschen, die von Ganztagsbeschäftigung nicht leben können.“ Ehrliche Mittelständler, die den von der SPD geforderten Mindestlohn von 8,50 zahlen, unterlägen im Wettbewerb. „Und der Staat belohnt das noch, in dem er an den Günstigsten vergibt.“ Ude verspricht soziales Vergaberecht.

Höchstes Oberpfälzer Lob

Er ist für Ganztagsschulen, freie Wahl von G8 oder G9 und gegen Betreuungsgeld („Prämie, um bestimmte konservative Familienbilder zu honorieren.“). Ude ist sich sicher, dass er die Mehrheit der Bayern hinter sich hat. „Das einzige Problem ist, dass die Leute uns in der Sache zustimmen und hinterher trotzdem CSU wählen, einfach aus folkloristischer Gewohnheit.“ Ganz ohne „folkloristische Gewohnheit“ geht es am Ende auch bei ihm nicht. Die Stadtkapelle spielt um Punkt 12 die „Bayernhymne“. Ude winkt ins Volk, erntet Jubel und Standing Ovations. Etliche wollen Autogramme auf Ude-Bierdeckel, Ude-Fähnchen, in Ude-Bücher und Handy-Fotos. „War scho gut“, sagt ein Moosloher Bürger. Der Münchner Ude weiß das vielleicht nicht, aber das ist die höchste zu vergebende Auszeichnung der Oberpfalz.

(Quelle: Der neue Tag vom 12. August 2013; ca)

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