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Standpunkt: Muss die Bezahlung von Auszubildenden verbessert werden?

Veröffentlicht am 19.05.2015 in Landespolitik

Die Bayerische Staatszeitung veröffentlicht regelmäßig die Standpunkte der Fraktionen zu aktuellen Themen. In der Ausgabe vom 15.05.2015 ging es um die Frage:  Muss die Bezahlung von Auszubildenden verbessert werden?

Der Standpunkt der wirtschaftspolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Annette Karl: 

„Mangelnder Nachwuchs führt automatisch zu höherem Lohn“

Die duale Ausbildung in Deutschland hat sich seit Jahrzehnten bewährt, sie garantiert den Jugendlichen ein fachlich fundiertes, praxisnahes und gleichzeitig hochwertiges theoretisches Erlernen ihres Wunschberufes. Deutschland wird um dieses Ausbildungssystem in der ganzen Welt beneidet.
Der demografische Wandel in Deutschland führt zu einem Wandel im Ausbildungsmarkt: Mittlerweile stehen den Ausbildungsplätzen deutlich weniger Jugendliche gegenüber, vor allem die Handwerksbetriebe haben Probleme, Nachwuchs zu finden. Für die zukünftigen Azubis bedeutet dies aber den Vorteil, zwischen mehreren beruflichen Möglichkeiten wählen zu können. Sie bevorzugen dann oft industrielle Arbeitsplätze mit einer höheren Bezahlung.

Parallel dazu verzeichnen wir einen massiven Trend hin zu einer akademischen Ausbildung, eine Tendenz, die in einem Land, dessen größter Rohstoff der Geist ist, nicht negativ beurteilt werden kann. Eine „Überakademisierung“ würde allerdings zu einem massiven Facharbeitermangel führen und langfristig den Produktionsstandort Bayern gefährden.
Der Drang an die Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten liegt auch darin begründet, dass viele Jugendliche und auch ihre Eltern nicht wissen, dass eine handwerkliche Ausbildung keine Sackgasse ist, sondern ganz im Gegenteil jede Karrieremöglichkeit eröffnet. Heutzutage können Meister auch ohne Einschränkung studieren.
Um die duale Ausbildung in Zeiten weniger werdender Jugendlicher attraktiv zu machen, muss mehrgleisig gefahren werden: Zum einen muss das Handwerk sein eigenes Image deutlich verbessern: Solange in den Köpfen herumspukt, dass Azubis vor allem billige Hilfsarbeiter sind, wird der Drang in die industrielle oder akademische Ausbildung nicht nachlassen. Zum zweiten können Handwerksbetriebe damit punkten, dass sie sich individuell um ihre Lehrlinge kümmern, also auch Schwächere fördern und erfolgreich ausbilden können. Das Aushandeln von Löhnen ist Sache der Tarifpartner, keine Aufgabe der Politik. Mangelnder Nachwuchs wird hier aber sicher langfristig zu einer Erhöhung der Ausbildungsvergütungen führen.

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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