Konsequenzen in Bildungs-, Kinder- und Jugendpolitik dringend nötig
Konsequenzen in Bildungs-, Kinder- und Jugendpolitik dringend nötig
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Christa Naaß, ist bestürzt über den Amoklauf an dem Ansbacher Gymnasium, bei dem zehn Schülerinnen und Schüler zu Schaden kamen. Die zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft, vor allem von Jugendlichen, wie sie auch in dem schrecklichen Überfall auf dem S-Bahnhof Solln und der Tötung des helfenden Dominik Brunner auf brutale Weise zum Ausdruck kam, ist alarmierend, stellt die mittelfränkische SPD-Vizefraktionschefin fest.
Jetzt gelte es in Ansbach zu ergründen, wie es zu dieser Tat kommen konnte. Naaß: „Ich hoffe für die Verletzten, dass sie schnell gesund werden und die traumatischen Erlebnisse bald verarbeiten. Unvermutet Opfer von Gewalt zu werden ist ein schlimmes Erlebnis. Geschädigte brauchen Mitgefühl, Hilfe und seelischen Beistand."
„Diese sich häufenden Vorkommnisse müssen Konsequenzen für die Bildungs-, Kinder- und Jugendpolitik haben. „Wir müssen die strukturellen Ursachen von Gewalt erkennen und ihrer Entstehung so früh wie möglich entgegenwirken", stellt Naaß fest. „Ein Zitat von Johannes Rau enthält die gesellschaftliche Leitlinie zur Vermeidung von Gewalt: ‚Wir müssen einander achten und wir müssen aufeinander achten'."
Naaß: „Ziel muss es sein, sowohl die erzieherische Kraft der Familien, Schulen, Kindergärten, Vereine und Organisationen unserer Gesellschaft als auch das Gefühl der Verantwortung jedes Einzelnen für das gesellschaftliche Ganze zu stärken. Werte wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität oder Nächstenliebe nehmen im Alltag zu wenig Raum ein. Veränderte Familien- und Gesellschaftsstrukturen, Zukunftsängste, Leistungsdruck und eine immer komplexer werdende Lebensumwelt führen dazu, dass immer mehr Jugendliche und Kinder Defizite im sozialen Bereich entwickeln. Eine ansteigende Gewaltbereitschaft ist nur eine Folge dieser Entwicklung." Gewaltvorgänge an Schulen müssen analysiert und Präventionsstrategien erarbeitet werden, fordert die SPD-Politikerin. Dazu gehöre endlich der Ausbau einer flächendeckenden Schulsozialarbeit an allen Schulen. Auch sind enorme bildungspolitische Anstrengungen insbesondere mit Blick auf Gewaltprävention nötig.
Homepage Christa Naaß, Bezirkstag