SPD-Politiker informieren sich über Situation bei Polizeiinspektion Eschenbach
Zwar ist die Polizeiinspektion klein. Aber wenn Not am Mann ist, dann können schnell zehn Einsatzwagen anrücken. So wie es beispielsweise vor kurzem nach dem räuberischen Diebstahl auch in Kemnath der Fall war. Da waren Kollegen aus Eschenbach, Weiden und Neustadt ebenfalls vor Ort, berichteten Inspektionsleiter Reiner Striegl und sein Stellvertreter Thomas Gallei einer Abordnung von SPD-Politikern.
Große Unterschiede gibt es bei den Polizeiinspektionen Eschenbach und
Weiden nicht, erfuhr die Landtagsabgeordnete Annette Karl bei ihrem Besuch am Montag. Auch die kleine Dienststelle Eschenbach plagen großen Probleme eines immer schmäler werdenden Budgets, eines steigenden Durchschnittsalters und sinkender Motivation wegen der Senkung des Einstiegsgehalts.
Striegl und Gallei beschrieben ihr und dem Bundestagsabgeordneten
Werner Schieder die Situation. Brennpunkt im Inspektionsbereich
ist bekanntlich die Alte Amberger Straße in Grafenwöhr, was auch der
dortige Bürgermeister Helmuth Wächter bestätigte. Die Kommune hat die Situation entschärft mit einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und der Verkürzung der Sperrzeit auf 3 Uhr, lobten die Polizeibeamten.
Wächter und die Beamten berichteten einmütig von einem gelungenen
Neujahrsauftakt in Grafenwöhr, was sie auf Sicherheitsmaßnahmen
wie Raketenverbot zurückführten.
„Corpsgeist ausgenutzt“
Annette Karl sprach die Personalproblematik an. Mit 35 Beamten liegt die Inspektion Eschenbach 20 Prozent unter dem Soll von 41. Und die Situation wird sich eher noch verschlechtern, denn laut Striegl gehen in den nächsten drei Jahren jeweils zwei Beamte in Pension und werden nicht sofort ersetzt.
Er rechnet, mit 33 Beamten handeln zu müssen: „Es ist auf Kante genäht“, meinte der Polizeichef, während sich die SPD-Politikerin entrüstetete; „Der Corpsgeist der Polizisten wird ausgenutzt.“ Die angekündigte spürbare Verbesserung und Polizeipräsenz komme beim Bürger nicht an. „Die Polizeireform war ein Schuss in den Ofen“, wetterte auch Werner Schieder, der die Entscheidung – damals noch als Landtagsabgeordneter – nicht mitgetragen hatte. Die Kürzungen gingen zulasten des öffentlichen Dienstes. Schieder: „Wir brauchen
mehr Steuereinnahmen und einen leistungsfähigeren Staat.“ Trotz der geringen Personaldecke und des Defizits von 16 000 Euro, das die Inspektion ins neue Jahr genommen hatte, konnte Striegl auch Positives berichten. „Die Aufklärungsrate von 83 Prozent ist sehr hoch“, unterstrich der Erste Polizeihauptkommissar.
Dieses gute Ergebnis sei darauf zurückzuführen, dass die Täter von
zwei Diebstahlserien in und um den Truppenübungsplatz dingfest gemacht werden konnten. Das Defizit der Inspektion ergab sich laut Striegl aus einem defekten Schneeräumer, der mit einem Kostenaufwand von 14 000 Euro ersetzt werden musste, einer größeren Autoreparatur (2000 Euro) und neuem technischem Gerät.
Zum Bild: Die SPD-Politiker bedankten sich für die Arbeit der Polizeiinspektion Eschenbach im vergangenen Jahr. Von links: Kreisrat Fritz Betzl, Bürgermeister Peter Lehr, stellvertretender Inspektionsleiter Thomas Gallei, Landtagsabgeordnete Annette Karl, Inspektionsleiter Reiner Striegl, Bundestagsabgeordneter Werner Schieder und Grafenwöhrs Bürgermeister Helmuth Wächter. Bild: ly
aus oberpfalznetz.de, Text und Bild: ly