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"Nicht nur die Kirche, sondern auch die Schule muß im Dorf bleiben"

Veröffentlicht am 24.08.2008 in Allgemein

Nachdem das Kultusministerium bisher alle Anträge auf Regionale Modellschulen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen abgelehnt hat, habe ich folgendes Schreiben an den Ministerpräsident gerichtet: "Nicht nur die Kirche, sondern auch die Schule muß im Dorf bleiben". Deshalb habe ich ihn aufgefordert, die bisherigen Ablehnungen zu prüfen und weitere Anträge zu genehmigen.

Regionale Modellschulen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen;
hier: Genehmigung von Anträgen auf Zulassung

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die Schülerzahlen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen werden laut Bayerischem Bildungsatlas in den nächsten Jahren um bis zu einem Drittel zurückgehen. Grund sind die aktuellen Geburtenzahlen und das anhaltende Übertrittsverhalten auf Realschule und Gymnasium. Die Übertrittszahlen nach der 4. Jahrgangsstufe an die weiterführenden Schulen liegen z. T. zwischen 55 und 68%. Hinzu kommen steigende Übertrittsquoten nach der 5. Jahrgangsstufe.

Das bedeutet, dass in naher Zukunft Hauptschulstandorte gefährdet sind. Deshalb haben sich einige Gemeinden vorausschauend Gedanken über das Bildungsangebot im Gemeinde- bzw. Schulverbandsgebiet gemacht und einen Modellversuch beim Kultusministerium beantragt, in dem auch ein mittlerer Schulabschluss angeboten wird, der vom Niveau und von der Akzeptanz her dem jetzigen Realschulabschluss entspricht.

Dies sind die Markgemeinde Markt Berolzheim, die Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen, die Marktgemeinde Pleinfeld, der Schulverband Ellingen und auch der Schulverband Absberg-Haundorf plant, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Ich habe kein Verständnis dafür, dass dem Kultusministerium zwar einerseits angeblich „die Weiterentwicklung der Hauptschule ein großes Anliegen ist „ und „grundsätzlich die Bestrebungen von Schulleitern und Bürgermeister, ein gutes Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule zu schaffen“ befürwortet werden, aber gleichzeitig die Anträge für Ellingen, Pleinfeld und Markt Berolzheim abgelehnt wurden.

Ich bitte Sie als Ministerpräsident dafür Sorge zu tragen, dass der Antrag der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen genehmigt wird und die Anträge der anderen Kommunen nochmals geprüft werden.

Es muss alles dafür getan werden, dass nicht nur die „Kirche im Dorf“, sondern auch die „Schule im Dorf“ bleibt.

Das Konzept einer regionalen Schulentwicklung ist eine Möglichkeit. Damit soll die wohnortnahe Schule erhalten bleiben und weitere Schulschließungen vermieden werden. Bereits in den vergangen Jahren wurden 40 Prozent aller Schulstandorte in Bayern geschlossen und weitere Schließungen stehen an.

Ich bin der Meinung, dass es zu keiner weiteren Schwächung der Schulstruktur und zu weiteren Schulruinen kommen darf. Außerdem darf der Wohnort nicht darüber entscheiden, welcher Bildungsweg gewählt werden kann.

Die Regionalschule sollte vor Ort unter Einbeziehung von Schulen, Lehrern, Eltern und Schülern sowie der Kommunen und der regionalen Wirtschaft als Angebot gestaltet werden und somit Teil einer passgenauen Schullandschaft werden.

Gerade für Schulen in unserem ländlich strukturierten Bereich ist es von existenzieller Bedeutung, wenn ein mittlerer Schulabschluss angeboten werden kann, der dem Realschulabschluss entspricht. Eine weitere Zentralisierung des Schulbetriebes würde weitere leer stehende moderne Schulhäuser, hohe Beförderungskosten, steigende Gastschulbeiträge und eine weitere Schwächung des ländlichen Raumes bedeuten. Die Rechnung zahlen neben den Kommunen dann wieder unsere Kinder.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Naaß, MdL

Homepage Christa Naaß, Bezirkstag

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