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Keine Schlupflöcher mehr

Veröffentlicht am 27.07.2008 in Allgemein

SPD-Informationsveranstaltung zum Thema Gentechnik - Diskussion mit Milchbauern

(kl) "Gentechnik ist gerade für Milcherzeuger ein Thema. Wir sind offen gegenüber allen Parteien und haben die Einladung der SPD zum Meinung- und Erfahrungsaustausch zwischen Politik und praktizierenden Landwirten gerne angenommen", sagte Werner Reindl, Kreisvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, kurz BDM.

Zur Informationsveranstaltung des SPD-Kreisverbands im Postkeller hatte er den Gentechnikexperten und praktizierenden Milchbauern Josef Witt (Schwand bei Parkstein) mitgebracht. SPD-Landtagskandidatin Annette Karl hatte für den Erfahrungsaustausch mit den Praktikern den umweltpolitischen Sprecher Ludwig Wörner an ihrer Seite. Der Landtagsabgeordnete zeigte zur Einstimmung einen Film über den US-Farmer Percy Schmeiser, der mit seinem Kampf gegen den Gentechnikgiganten Monsanto weltweite Schlagzeilen gemacht hatte.

Politik gefordert

Schnell jedoch war klar, dass sich im Postkellersaal alle bei Wort und Diskussion wesentlich wohler fühlen würden und da war der Landespolitiker Wörner rhetorisch im Vorteil: "Wir müssen die Bauern wieder das anbauen lassen, was bei ihnen schon immer wuchs und Ertrag brachte. Mit der Forcierung der Gentechnik in der Landwirtschaft begeben wir uns doch von einer Abhängigkeit in eine andere." Die Politik sei in dieser für Bauern und Verbraucher gleichermaßen existenziellen Frage gefordert zu entscheiden. "Landwirtschaftsminister Horst Seehofer macht es sich zu leicht, wenn er vorschiebt, dass in der Gentechnik jetzt die Wissenschaft am Zuge sei", sagte Wörner. Wir Sozialdemokraten sind in der Politik, weil wir entscheiden wollen - und darum kann sich Seehofer genauso wenig drücken und herummogeln wie der Bauernverband." Die Entscheidungsträger des Bauernverbands, die im Landtag sitzen, hätten dagegen gestimmt, als die Chance gegeben war, den Anbau vom Genmais MON 810 zu verbieten. "Und wenn schon Forschung", führte Wörner weiter aus, "dann muss sie drittmittelfrei, also unabhängig sein und genau das ist das Problem des Bauernverbands."

Mit dem Schwander Milchbauern Josef Witt stand ein praktizierender Experte vor den SPD-Politikern aus Bezirk und Kreistag (Werner Windisch, Weiherhammer) sowie Dr. Matthias Loew und Mats Holl (Stadträte) - und natürlich auch vor Berufskollegen, die nicht im BDM organisiert sind. "Es dauert schon einige Monate, bis die Fütterung auf gentechnikfreie Futtermittel umgestellt ist", berichtete Witt. "Der höhere Preis dafür ist aber schnell ausgeglichen - durch gesünderes und robusteres Vieh im Stall und weniger Tierarztkosten."

Rigoros gegen Gentechnik

Vor allem den Verbraucher im Lebensmittelmarkt sieht Landwirt Witt bei der Gentechnik gefordert, aber auch den Bauern: "Beide müssen genau hinschauen, was sie kaufen und essen und was sie in den Futtertrog schütten." Die Politiker forderte Josef Witt auf, "rigoros gegen Gentechnik in der Landwirtschaft aufzutreten." Es dürfe keine Schlupflöcher mehr geben, "für nichts und niemanden mehr". Und nur die selbe Unnachgiebigkeit seitens der Verbrauchers könne den Handel zur Reaktion gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel bewegen.

veröffentlicht auf oberpfalznetz 26., 27.7.08

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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