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Infotour im Landkreis Tirschenreuth - Besichtigung Lebenshilfe in Mitterteich

Veröffentlicht am 24.03.2009 in Allgemein

MdL Annette Karl im Förderzentrum Mitterteich

Auf Einladung der Lebenshilfe Tirschenreuth e.V. besuchte MdL Annette Karl gemeinsam mit SPD-Kreisvorsitzendem Rainer Fischer und Europakandidat Ismail Ertug die Förderschule und die Heilpädagogische Tagesstätte in Mitterteich.

Konrektorin Anne Geiger stellte den Besuchern ausführlich die Arbeit im
Förderzentrum vor. Ziel der Tätigkeit ist es immer, für die Kinder und
Jugendlichen eine größtmögliche Selbständigkeit zu erreichen. Gegenstand der Gespäche war auch auf europäischer Ebene geführte Diskussion, über die bestmögliche Integration von Menschen mit Einschränkungen. So konnte aus den Erfahrungen des abgelaufenen Europäischen Comenius-Projektes direkt verglichen werden, was das für und wider zwischen Integration in Regelschulen oder die deutschen Strukturen mit eigenen Förderzentren ist.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass bei allen Diskussionen immer zuerst das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund stehen sollte und
nicht die Ideologie, welche Beschulungsform nun die beste sei.

Im Tagessättenbereich wird die individuelle Tätigkeit in kleinen Gruppen am Nachmittag fortgesetzt. Sandra Köstler stellte den Jugendraum vor, in welchem die Jugendlichen sich selbständig betätigen und Treffs mit anderen Jugendlichen aus dem Bereich der Werkstatt organisieren. Der Snoezelenraum wurde als eine der zahlreichen Therapien im Bereich der Tagesstätte vorgestellt. Sorge bereitet derzeit die Diskussion, welche von Seiten der bayerischen Krankenkassen geführt wird, dass die Therapien nicht mehr auf Behandlungsplan durchgeführt werden sollen, sondern auf die allgemeine Kassenrezeptleistung zurückgefahren werden soll. Dies bedeutet für die Betroffenen einen deutlichen Rückschritt, da dann statt 45 min Behandlungseinheit nur noch Behandlungen in 20 minütigen Rhythmen erfolgen kann. Auch droht damit, dass nach einem Regelrezept immer eine mehrwöchige Pause durchzuführen ist. MdL Annette Karl wurde gebeten in diesem Bereich die Lebenshilfe und die weiteren Träger in Bereich der Behindertenarbeit zu unterstützen und bei Sozialministerium darauf zu drängen, dass der
bisherige Sonderweg in Bayern und Baden-Würtemberg weiter beibehalten wird, da sonst eine deutliche Schlechterstellung droht.

Nach der erfolgreichen Dezentralisierung der Frühförderung mit drei
Einrichtungen im Landkreis ist die Arbeit näher an die Familien herangekommen. Auch wenn dadurch einige Behandlungseinheiten im mobilen Bereich weniger erfolgen, so ist die Zahl der betreuten Kinder im Vorschulalter weiterhin auf einem hohen Niveau. Das dies so ist, ist
sicher auch auf die höherer Sensibilisierung der Eltern und Kindergärten
zurückzuführen, so Leiterin Tanja Küst. Es sei auch weiterhin nötig, dass in einem gewissen Rahmen Termine bei den Familien wahrgenommen werden können, da somit den Eltern auch Tipps im häuslichen Umfeld gegeben werden können.

Positives konnte Geschäftsführer Berhold Kellner für den Bereich des
Familienentlastenden Dienstes berichten. So wird ab Januar des kommenden Jahres die Finanzierung auf eine neue Basis gestellt, was nicht nur mehr Planbarkeit bringt, sondern auch für eine spürbare Entlastung im Verwaltungsbereich sorgen wird. Leiterin Michaela Fuierer stellte die zahlreichen Projekte vor, welche den Kindern und Jugendlichen vor allem in den Ferien angeboten werden.

Beim abschließenden Besuch im Cafe LebensART in Waldsassen stelle Berthold Kellner das Konzept der Integrationsfirma und ihre Tätigkeitsbereiche mit Buchhandlung, Cafe und Reinungsfirma vor. Das prinzipielle Konzept der Tätigkeit im sogenannten ersten Arbeitsmarkt ist sicher zu begrüßen, allerdings wären Änderung vor allem im Bereich der Rentenversicherung von Menschen mit Behinderung in den Integrationsfirmen dringend nötig, da diese mit ihrer Tätigkeit in den seltensten Fällen Rentenbeträge ohne zusätzliche staatliche Hilfen für ein selbständiges Leben erreichen.

Zum Abschluss der Gespräche bedankten sich die Besucher bei den Informaten und sagten ihre Unterstützung bei der Lösungen der angesprochenen Problemen zu.

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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