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Gute Erfahrungen mit Inklusion

Veröffentlicht am 18.01.2012 in Presse

Verantwortliche in Mitterteich hoffen auf Verlängerung des Projekts – Gespräch mit Annette Karl
Nur auf ein Jahr ist derzeit das Modellprojekt „Inklusive Klasse“ an der Theobald-Schrems-Grundschule begrenzt. Wie es im kommenden Schuljahr weitergehen soll, wissen die Verantwortlichen noch nicht. Darauf wies jetzt Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner hin, als MdL Annette Karl zu einem Informationsbesuch nach Mitterteich kam.
Annette Karl, die auch stellvertretende SPD-Landesvorsitzende ist, dankte der Lebenshilfe zunächst für deren wertvolle Arbeit. „Ich verfolge ihre Arbeit mit Begeisterung. Was Ihr hier im Bereich Inklusion leistet, ist vorbildlich“, lobte die Politikerin. Karl informierte, dass das Inklusions-Gesetz nicht zuletzt auf den Weg gebracht worden sei, um EU-Vorgaben auf Landesebene umzusetzen. Der Rahmen des Gesetzes müssen nun mit Leben erfüllt werden.

Die Abgeordnete begründete ihren Besuch auch damit, dass sie sich aus erster Hand informieren wolle. „Die in der Praxis wissen, was besser werden soll und was schon funktioniert.“ Kompetenzzentren für Behindertenarbeit wie in Mitterteich seien vonnöten. „Wir wollen ein Miteinander.“

Individuelle Pläne
Rektor Uli Sommer blieb es vorbehalten, die inklusive erste Klasse vorzustellen. Darin sind aktuell 20 Kinder untergebracht, darunter sieben mit Behinderung. Die Klassenleitung haben die beiden Konrektorinnen Gudrun Lehner (Grundschule) und Anni Geiger (Förderzentrum) inne.
Ausdrücklich betonte Sommer, dass alle Eltern der Erstklässler hinter diesem Projekt stünden. Er nannte es faszinierend, wie in dieser Klasse gearbeitet werde. Jedes Kind habe einen individuell ausgelegten Plan, die Kinder arbeiteten konzentriert und selbstständig. Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner ergänzte, dass sich die Pädagogen sehr viel Mühe mit den Kindern gäben. Probleme bereite nur die Tatsache, dass die Inklusionsklasse derzeit auf ein Schuljahr begrenzt sei. „Was danach kommt, steht in den Sternen.“ Weiter forderte Kellner bessere Rahmenbedingungen für dieses Projekt.
Ein Thema ist etwa die Schülerbeförderung. Weil behinderte Inklusionsschüler nun auch als Grundschüler eingestuft würden, müssten die Kommunen die Buskosten tragen. Als mögliche Lösung forderte er eine Kostenbeteiligung des Bezirks. „Man darf nicht alles den Kommunen auflasten“, so Kellner. MdL Annette Karl sah hier Handlungsbedarf: „Der Freistaat macht die Gesetze und überlässt den Kommunen die Kosten – so kann es nicht sein!“ Weiter bat Kellner darum zu prüfen, ob auch an Förderzentren inklusive Klassen eingerichtet werden können und nicht nur an Regel-Grundschulen. Auch hierbei sicherte die SPD-Politikerin ihre Unterstützung zu.
Hilfe bei Finanzierung
Ein weiteres Thema war die Klassengröße. Laut Rektor Uli Sommer seien sieben behinderte Kinder in einer Klasse zu viele. Fünf Kinder würden nach seiner Meinung nach ausreichen.
„Da haben die Lehrer genügend zu tun.“ Weiter bat er darauf zu achten, dass die Kommunen bei der Finanzierung der Ausstattung nicht alleine gelassen werden. So müsse die Stadt Mitterteich eine Lehrwerkstatt finanzieren.
Lebenshilfe-Projektleiterin Christiane Kellner stellte dann das auf vorerst drei Jahre begrenzte Modellprojekt „Inklusive Kommune“ am Beispiel der VG Mitterteich vor. Sie dankte dabei für die finanzielle Unterstützung durch die Stadt Mitterteich, den Landkreis und den Bezirk Oberpfalz. Auf weitere Hilfe hoffe sie vonseiten der „Aktion Mensch“. Per Fragebogenaktion soll bis zum Mai 2012 geklärt werden, wie die Bürger die Inklusion vor Ort sehen. Davon erhofft sich Christiane Kellner viele neue Impulse für ihre Arbeit.

Zum Bild: SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl (Zweite von links) stattete jetzt der Lebenshilfe in Mitterteich einen Besuch ab und informierte sich über Sorgen und Nöte. Mit dabei waren (von rechts) stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender Thomas Döhler, Rektor Uli Sommer, Erwin Bösl, Christiane Kellner, Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner (von rechts) und Michaela Fuierer (links).

Bild und Text: Josef Rosner für Der Neue Tag

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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