
Fast drei Monate hat das Kultusministerium in München gebraucht um festzustellen, dass sie als Ministerium gar nicht schuld seien an der Bildung von Kombiklassen in der Grundschule Parkstein/Schwarzenbach. Denn zuständig „für die Klassenbildungen sind die Staatlichen Schulämter, vorliegend die Staatlichen Schulämter in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt/WN“, wie Kultusminister Spaenle in seiner Antwort auf das Schreiben von MdL Annette Karl vom 27.07.2012 zur Klassenbildung in Parkstein ausführt. Der schwarze Peter wird also wieder einmal nach unten weitergegeben, weil die Richtlinien nur die Vorgabe von Höchstschülerzahlen regelt, aber „keine Aussagen (macht) zur Wahl der Organisationsform sowie der Unterbringung der Klassen im Stammgebäude oder in Außenstellen“, so dass Kultusministerium in seinem Schreiben.
Bekanntlich hatten sich über 500 Bürgerinnen und Bürger in einer Petition dagegen gewandt, dass im Schuljahr 2012/13 im Schulstandort Parkstein die Bildung von drei Kombiklassen1-2, 2-3 und 3-4 erfolgt. Landtagsabgeordnete Karl hatte, nachdem die Vertreter dieser Initiative sich an sie gewandt hatten, in ihrem Schreiben an den Kultusminister gefordert „eine Lösung im Sinne der Schülerinnen und Schüler, des Elternbeirates und der über 500 Bürger auf den Unterschriftslisten anzustreben, so dass der Schule in Parkstein ausreichend Lehrerstunden für vier jahrgangsreine Klassen zur Verfügung gestellt werden.“
Abschließende Forderung von Karl war, dass „dies aber auf keinen Fall zu Lasten des Standortes in Schwarzenbach und der anderen Volksschulen im Bereich des Schulamtes Neustadt/Weiden geschehen darf“.
In seinem Antwortschreiben geht der Kultusminister mit keiner Silbe auf diese Forderung ein, sondern verweist nur in umfangreichen Ausführungen auf über vier Seiten auf die schon bekannten Umstände und darauf, welche Vorteile eine Unterrichtung in jahrgangskombinierten Klassen habe.
Die Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für den ländlichen Raum fordert daher zum wiederholten Mal, dass die Demografische Dividende nicht nur in Oberbayern zur Verringerung der Schüler je Klasse genutzt wird, sondern die Schulämter in den betroffenen Regionen mit einem prinzipiell geringeren Schüler-je-Klasse-Faktor ihre Klassenbildung vornehmen können. Denkbar wäre auch einen Faktor einzuführen, der bei der Zuweisung von Lehrerstunden nicht nur auf der Schüleranzahl beruht, sondern auch die Zahl der Schulen in einem Schulamtsbezirk zu Grunde legt.
Karl: „Kombiklassen können ein hervorragendes pädagogisches Instrument sein, wenn es kleine Klassen mit guter Lehrerausstattung sind. Kombiklassen, die nur dazu dienen, die unzureichende Zuweisung von Lehrerstunden an die Schulamtsbezirke zu kaschieren, lehne ich entschieden ab. Die Tatsache, dass das Kultusministerium die Beantwortung des Briefes hinausgezögert hat, bis das neue Schuljahr bereits einige Wochen alt ist und damit Fakten geschaffen worden sind, zeugt vom Desinteresse der Münchner Behörde auf die Bedürfnisse der Menschen in den ländlichen Regionen einzugehen.“
Antwortbrief von Minister L. Spaenle als pdf
27.07.2012 Bericht im Neuen Tag über die Petition von 518 Bürgerinnen und Bürgern
20.07.2012 Bericht im Neuen Tag über die Ankündigung der Komibklassenbildung