Zu einem „wachsenden Problem immer größeren Ausmaßes" entwickelt sich für SPD-Landesbankexpertin Inge Aures die Finanzmisere der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA), deren Hauptanteilseigner die BayernLB und damit der Freistaat Bayern ist. Nachdem die bayerische Landesbank bereits Ende vergangenen Jahres ihrer Tochter in Klagenfurt 700 Millionen Euro als Kapitalspritze überweisen musste, wird jetzt aufgrund hoher Kreditrisiken schon die nächste Rate fällig, welche sich nach Schätzungen in Höhe des Jahresverlusts der HGAA und damit in Bereichen von mehr als einer Milliarde Euro bewegen könnte. Die HGAA steht deshalb bereits seit Monaten und verstärkter Beobachtung der österreichischen Bankenaufsicht.
Für Aures ist diese Entwicklung ein einziges Trauerspiel: „Für die BayernLB kommt diese Entwicklung sogar doppelt teuer, denn sie muss nicht nur für die Kapitalerhöhung aufkommen, sondern auch noch eine entsprechende Abschreibung ihres Beteiligungswerts vornehmen". Faktisch sei deshalb bereits jetzt absehbar, dass die Probleme der HGAA in diesem Jahr zu einem neuen Milliardenverlust bei der BayernLB führen.
Aures kritisiert insbesondere die enormen finanziellen Auswirkungen auf die bayerische Finanzpolitik: „Zuerst hat der Freistaat zehntausend Millionen Euro in die Landesbank gepumpt, um deren Kapitalstock und damit ihre Handlungsfähigkeit wieder herzustellen. Und mit weiteren Milliardenbeträgen muss die BayernLB jetzt das Fiasko ihrer riskanten Beteiligungsgeschäfte glattbügeln". Weitere Hilfe von österreichischer Seite sei dagegen nicht zu erwarten: Das österreichische Finanzministerium hatte bereits Ende 2008 mehr als 900 Millionen Euro an die HGAA überwiesen unter der Bedingung, dass sich die BayernLB als Eigentümer ihrerseits mit 700 Millionen Euro beteiligt.
Für Aures wird deutlich, dass die HGAA immer mehr zur Dauerbelastung für die Bayerische Landesbank wird: „Die nun drohende „Zwangsverwaltung" der HGAA durch die österreichische Bankenaufsicht macht nochmals besonders deutlich, welche riskante Geschäftspolitik jahrelang bei der HGAA betrieben wurde."