Bildarchiv Bayerischer Landtag,
Fotograf Rolf PossChrista Naaß trifft unter anderem auf Vizepräsidentin des kanadischen Parlaments
Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Nationalversammlung im kanadischen Québec und dem Bayerischen Landtag hat einen neuen Schub erhalten: eine kleine Delegation der Assemblée nationale du Québec mit Vizepräsidentin Fatima Houda-Pepin an der Spitze hielt sich eine Woche lang in Bayern auf. Sie führte intensive Gespräche mit Landtagsabgeordneten aus allen Fraktionen, Vertretern der Bayerischen Staatsregierung, Unternehmern und Bildungsexperten. Berufliche Bildung und erneuerbare Energien bildeten die Schwerpunktthemen, an denen die Gäste besonders interessiert waren.
„Die Gäste waren äußerst interessiert und engagiert“, erzählt Christa Naaß, die in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion an einem Empfang der Delegation im Münchner Maximilianeum teilnahm. So wurde selbst die Zeit beim festlichen Mittagessen im Maximilianeum genutzt, um weiter diskutieren zu können, zum Beispiel über das unterschiedliche Wahlrecht in beiden Ländern. Wichtige Ziele gehen die Parlamentarier gemeinsam an. So hat die Nationalversammlung von Québec zum Beispiel einstimmig einen Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, der am 12. Dezember 2009 öffentlich verkündet wurde. „Wir haben damit eine Vorreiterrolle in ganz Kanada“, berichtete Vizepräsidentin Fatima Houda-Pepin. Vorrangiges Ziel ist es, die Treibhausgase innerhalb von drei Jahren erheblich zu reduzieren. In der Monopolregion Montreal soll das Verkehrsaufkommen um 20 Prozent gesenkt werden. „Wir setzten auf die Natur, auf die Berge und Flüsse, die noch wirkliche Flüsse sind“, beschrieb der Abgeordnete Claude Pinard aus dem Wahlkreis Saint-Maurice den eingeschlagenen Weg. Die Erfolge sind da, immer mehr Touristen nutzen das Angebot, kommen zum wandern, Jagen und Fischen. „Wir fördern jetzt auch den Fahrradtourismus sehr stark. Die Leute sollen heraus aus den Städten“, berichtete Fatima Houda-Pepin.
„Es ist immer wieder interessant sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern auszutauschen. Man kann aus solchen Treffen sehr viele Anregungen für die eigene Arbeit ziehen“, schildert die Haundorfer Abgeordnete den Reiz solcher Gelegenheiten.
Neben dem Besuch im Bayerischen Landtag standen für die kanadische Delegation aber noch viele weitere interessante Termine an wie der Besuch einer Photovoltaik-Produktion in Würzburg, ein Gespräch zur beruflichen Bildung mit Vertretern aus der Wirtschaft, aus Schulen und Hochschulen, ein Besuch im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber oder der Besuch der Würzburger Residenz.