Christa Naaß mit Ester BejaranoEin tiefgreifendes Erlebnis war für Christa Naaß die Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden Ester Bejarano, die im Landestheater Dinkelsbühl aus ihrem Leben erzählte und zusammen mit der "Microphone Mafia" Rap-Band gegen Gewalt und für das Lebens sang.
Esther Bejarano, geb. 1924, ist eine der letzten Zeitzeugen und Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, das täglich beim Marsch der Arbeitskolonnen durch das Tor des Lagers aufspielen musste. In ihren Texten erzählt sie von ihren Erinnerungen, aber zugleich wendet sie sich eindrücklich gegen Ausgrenzung, Rassismus, Krieg und Gewalt in der Gegenwart. Gemeinsam mit ihrem Son Joram und der Kölner Hip-Hop-Gruppe Microphone Mafia, die seit Jahren auf Türkisch, Neapolitanisch und Kölsch rappt, singt Ester Bejarano auch mit über 90 Jahren voller Kraft gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt. Ihre Kraft schöpft sie aus den aktuellen Ereignissen in Deutschland: "Weil in Deutschland wieder Nazis auf den Straßen herumlaufen und man etwas dagegen tun muss. Wir dürfen nie vergessen, was geschehen ist, damit so etwas nicht wieder passiert. Man muss sich wehren, auf die Straße gehen. Oder singen, so wie ich das tue".