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Blick in die Zukunft

Veröffentlicht am 27.02.2013 in Presse

Landwirte und SPD diskutieren über EU-Agrarpolitik
Der Kuchen wird kleiner: Die Europäische Union soll weniger Geld zur Verfügung haben. „Und das betrifft natürlich auch uns Bauern“, ahnt Josef Fütterer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV). Schließlich beträgt der Anteil der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) rund 40 Prozent am Gesamthaushalt der EU. Dass gespart werden müsse, dafür habe er sogar gewisses Verständnis, so Fütterer. Die Frage sei nur, wie der Kuchen künftig verteilt, wie die GAP künftig ausgestaltet werden solle.
Antworten erhofften sich Fütterer und die Spitze des BBV bei einem Besuch von Landtagsabgeordneter Annette Karl und Bezirkstagskandidat Norbert Freundorfer: Die beiden Sozialdemokraten brachten mit Wolfgang Kreissl-Dörfler nicht nur ein Mitglied des Europaparlaments, sondern auch einen gelernten Landwirt mit zur BBV-Geschäftsstelle.

Dort erfuhr er, dass den Bauern bei all den Überlegungen zur Zukunft der GAP vor allem eines „ein Dorn im Auge ist“, wie es Fütterer formulierte: Pläne von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, wonach sieben Prozent der Acker- und Dauerkulturflächen je Betrieb von der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen und für ökologische Zwecke genutzt werden sollen. Fütterer rechnete vor, bei ihm„wären das circa zwei Hektar, die ich nicht mehr für meine Tiere zur Verfügung hätte“. Im Bereich Weiden-Neustadt würden 3000 Hektar stillgelegt. Eine Alternative zur Stilllegung wäre doch, wenn die Landwirte dort Futter wie Klee oder Eiweißpflanzen anbauen dürften.
Immerhin: Entschieden sei noch nichts. „An der Ausgestaltung kann man arbeiten“, erläuterte Kreissl-Dörfler. Überhaupt werde es wegen des Budgets noch „sehr harte Auseinandersetzungen geben“. Dass insgesamt weniger Geld zur Verfügung stehe, daran führe jedoch kein Weg vorbei. Er persönlich sei deshalb für eine Deckelung der EU-Zahlungen an landwirtschaftliche Betriebe, etwa auf 300 000 Euro. Weitere Zahlungen sollten mit einer sozialen Komponente verbunden sein, abhängig von der Zahl der Mitarbeiter.
Man müsse sich aber auch einmal grundsätzlich Gedanken machen, welche Landwirtschaft man wolle, erklärte Annette Karl, die sich für kleinere Betriebe aussprach. „Immer größer – diesen Fehler haben wir über Jahre gemacht. Aber: Das passt vielleicht für Mecklenburg-Vorpommern, aber nicht für Bayern.“

Bildunterschrift: In der Geschäftsstelle des Bauernverbands sprachen Kreisbäuerin Christa Kick (von links), BBV-Vorstandsmitglied Reinhard Brunner, Kreisobmann Josef Fütterer und Geschäftsführer Hans Winter mit den Gästen von der SPD: Norbert Freundorfer, Wolfgang Kreissl-Dörfler und Annette Karl.

Bild und Text: fku für Der Neue Tag

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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