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Besuch bei PI Neustadt: Immer häufiger Polizei in Familien

Veröffentlicht am 31.12.2009 in Lokalpolitik

Häusliche Gewalttaten halten Inspektion auf Trab – Anzeigeverhalten ändert sich
Gewalt in der Familie hält die Polizei auf Trab. Laut Sachbearbeiter Heiner Schneck nahm die Zahl der gemeldeten Fälle bei der Neustädter Inspektion in diesem Jahr sprunghaft um über 50 Prozent
auf 46 zu. Ursache hierfür sei aber weniger ein Anstieg der Taten, sondern ein verändertes Anzeigeverhalten. „Aufgrund des Gewaltschutzgesetzes erfahren die Opfer Soforthilfe. So kann zum Beispiel der Schläger sofort aus der Wohnung entfernt werden und es kann ein Kontaktverbot bis zu einem Jahr ausgesprochen werden“, erklärte Schneck bei einem Besuch der Landtagsabgeordneten Annette Karl (SPD). Gespräche im Vorfeld könnten spätere Gewaltakte
vermeiden helfen, so Schneck.

Karl brachte viel Zeit mit. Im 90-minütigen Gespräch mit ihr und Vertretern des SPD-Ortsvereins und der Stadtratsfraktion stellten sich
auch Erster Polizeihauptkommissar Anton Bäuml, Dienstgruppenleiterin
Marion Zenger sowie weitere Innendienstbeamte den Fragen der Abgeordneten. Laut Bäuml hat sich durch die Polizeireform das Einsatzgebiet vergrößert. Das habe sich bisher aber ebenso wenig negativ ausgewirkt wie der Wegfall der Einsatzzentrale. „Die Umstrukturierung bringt aber mehr Arbeit, zum Beispiel bei Schwertransporten.“ Mit 37 Polizisten habe die Neustädter Dienststelle derzeit genau ihre Sollstärke, jedoch werde sich dies in den kommenden Jahren verändern.
„Aufgrund der Altersstruktur werden in naher Zukunft jährlich drei Kollegen in den Ruhestand versetzt“, informierter Bäuml. Dies müsse aufgefangen werden. Annette Karl nannte es eine wichtige Aufgabe der Politik, dass bei Neueinstellungen die ländlichen Regionen besser berücksichtigt werden. Es dürften nicht alle jungen Leute jahrelang
in Großstädte gesteckt werden. Bäuml verriet, dass der Altersdurchschnitt bei oft 55 Jahren liege, was sehr problematisch sei, da der Schichtdienst für ältere Kollegen zu einer Belastung werde. Zudem würden die Beamten immer häufiger zu Fußball- oder Eishockeyspielen in Weiden abkommandiert. „Auch bei kleineren Sportclubs gibt es mittlerweile oft Ausschreitungen“, klagten die Beamten.
Leicht gestiegen sind die Geschwindigkeitsunfälle. Deshalb will die Polizei künftig stärker kontrollieren, sofern es die Personalsituation
zulässt. Auch die Problematik der verlängerten Arbeitszeit wurde angesprochen.

Zum Bild: MdL Annette Karl (Dritte von links) und Vertreter der Neustädter SPD suchten das Gespräch mit der Polizei. Erster Polizeihauptkommissar Anton Bäuml (Fünfter von links), Sachbearbeiter Heiner Schneck (rechts) und Dienstgruppenleiterin Marion Zenger (links) standen Rede und Antwort.

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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