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BayernSPD-Landtagsfraktion schlägt Alarm: Strukturwandel in der Landwirtschaft muss entschleunigt werden

Veröffentlicht am 28.11.2012 in Presse

In einer Anfrage der agrarpolitischen Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion, Maria Noichl, zur Entwicklung der Landwirtschaft in Bayern wurde eine alarmierende Entwicklung der Agrarstruktur in Bayern dargestellt.

Besonders der bayernweite Verlust an Landwirtschaftsbetrieben sowie die geringen Ausbildungszahlen geben Anlass zur Sorge. Hierzu Maria Noichl und Annette Karl: „Wir brauchen endlich eine Strategie, um die Landwirtschaft in Zeiten des Strukturwandels bestmöglich zu unterstützen. Der Verlust von bäuerlichen Familienbetrieben bedeutet auch ein Verlust unserer bayerischen Kultur!“

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Nach Aussage des Landwirtschaftsministeriums sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern von über 153.000 im Jahr 1998 um 40.000 auf heute 113.000. „27 Prozent unserer bayerischen Bäuerinnen und Bauern haben in den vergangenen Jahren aufgegeben. Diese Entwicklung bedeutet einen Verlust an Kultur und Wirtschaftskraft, welchen wir nicht weiter hinnehmen dürfen“. Besonders die Entwicklung in der Oberpfalz wurde durch die Sprecherin für den ländlichen Raum Annette Karl als besorgniserregend bezeichnet, da hier ein Rückgang von knapp 30 Prozent zu verzeichnen ist. So sank in der gesamten Oberpfalz die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe um knapp 29 % von 20.011 im Jahr 1998 auf 14.273 im Jahr 2012 (Stand: 24.09.2012). Prozentual geringer war die Abnahme in der nördlichen Oberpfalz: Im Bereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden sank die Betriebszahl von 2.298 auf 1.710 (26,5%) und im Bereich des Tirschenreuther Amtes von 1.875 auf 1.547 (18 %).

Weiterhin bereitet den Landwirtschaftspolitikerinnen Noichl und Karl die Ausbildungssituation große Sorgen. So werden aktuell 967 Schüler in den bayerischen Landwirtschaftsschulen ausgebildet. Das Durchschnittsalter der Betriebsleiter liegt in Bayern bei rund 50 Jahren. Wenn unterstellt werde, dass ein Betriebsleiter rund 35 Jahre seinen Betrieb bewirtschaftet, so würden in Bayern rund 3300 neue Betriebsleiter jährlich gebraucht. „Die Zahl der zukünftigen Praktiker an den Landwirtschaftsschulen muss unbedingt gesteigert werden, um die Vielfalt der Betriebe zu erhalten!“, so Noichl. Dem pflichtete Karl bei, besonders an den Landwirtschaftsschulen in Weiden und Tirschenreuth sei die Zahl der notwendigen künftigen Betriebsleiter nicht durch die Schülerzahlen gedeckt. So halbierte sich fast die Zahl der Schülerinnen und Schulen an den Landwirtschaftsschulen in der Oberpfalz von 147 im Schuljahr 2001/202 auf nur noch 76 im Schuljahr 2011/12. Karl fordert daher auch die berufsbegleitende Ausbildung zu optimieren.

„Besonders Nebenerwerbsbetriebe leiden häufig unter der Bürokratielast, die neben dem außerlandwirtschaftlichen Beruf und der Bewirtschaftung des Betriebes sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.“, so Noichl. Diese Problematik wird in vielen Gesprächen mit Landwirten und Vertretern der Verbände oftmals als einer der Gründe für die Aufgabe des Betriebes genannt, bestätigte Annette Karl. Aus diesem Grund hat die BayernSPD-Landtagsfraktion bereits im August eine Kleinbetriebsregelung gefordert, welche viele Betriebe in Bayern entlasten würde.

Die Forderung der BundesSPD, eine Junglandwirteförderung einzuführen, begrüßten beide Abgeordnete. Diese spezielle Förderung könne dazu führen, dass der Strukturwandel entschleunigt wird und die Betriebsleiterstruktur in Bayern verjüngt wird. „Wir werden die Junglandwirteförderung in Bayern vehement unterstützen“, so Noichl.

Homepage Landtagsabgeordnete Annette Karl

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