Auch wenn die Anfrage mit dem Satz "Diese Aussage trifft nicht zu" beantwortet wurde - vorstellbar ist es. Einsparung von Lehrerstellen durch die Bildung von Kombiklassen an den Grundschulen zur Sanierung des Haushaltes, so wie es in einem Gespräch an einer Grundschule gesagt worden sein soll.
Annette Karl hatte sich in einer Anfrage an die Staatsregierung nach dem Sachstand dazu informiert:
Ist es richtig, dass Regierungsmitarbeiter bei der Neubildung von Kombiklassen gegenüber den betroffenen Eltern diese als positive Einrichtung vertreten müssen, weil durch die Einsparung einer Lehrkraft der Schuldenabbau in Bayern vorangebracht werden könne und damit auch die „Zukunft der Kinder" nicht durch Staatsschulden belastet würde?
Die Antwort dazu war sehr ausführlich und hatte eigentlich fast nichts mit der Fragestellung zu tun, denn es ging weder um die Vorzüge von Kombiklassen noch um die Flexible Grundschule in der Fragestellung.
Antwort de Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus:
Diese Aussage trifft nicht zu. Die Zuweisung der Lehrkräfte durch die Regierungen auf die Staatlichen Schulämter erfolgt auf der Grundlage der im Landkreis vorhandenen Schülerzahlen. Diese ändern sich durch die Errichtung von jahrgangskombinierten Klassen nicht. Aufgabe der Schulämter ist
es, dieses Personal sachgerecht und mit Blick auf eine gleichmäßige und gerechte Versorgung aller Schulen des Landkreises einzusetzen.
Die Bildung ausschließlich jahrgangsreiner Klassen hat in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass an großen Schulen in der Mehrzahl Klassen bis zur Höchstschülerzahl gebildet wurden, während an kleineren Schulen Kleinstklassen errichtet wurden. Die Errichtung von Jahrgangskombinationen neben jahrgangsreinen Klassen ermöglicht es den Staatlichen Schulämtern hingegen, landkreisweit sowohl im städtischen als auch im ländlichen Bereich Klassenstärken im mittleren Frequenzbereich sicherzustellen.
Das pädagogische Konzept der jahrgangskombinierten Klassen hat sich bewährt. Sie stellen im Vergleich zu jahrgangsreinen Klassen eine gleichwertige Form der Unterrichtsorganisation dar, aus der Schülerinnen und Schüler in mehrfacher Hinsicht profitieren können. Diese Bewertung basiert auf den Ergebnissen eines mehrjährigen Schulversuchs und den Erfahrungen der seit vielen Jahren bestehenden jahrgangskombinierten Klassen.
Der im Schuljahr 2010/2011 an 20 Standorten neu begonnene und im Schuljahr 2012/2013 auf 80 Standorte ausgeweitete Modellversuch „Flexible Grundschule“ setzt aus wissenschaftlichen Gründen sogar ausschließlich auf Kombinationsklassen.
Die Anfrage und ihre Beantwortung als pdf