Mitglieder des bayerischen Landtags haben die Möglichkeit mit einer "Anfrage ans Plenum" kurzfristig Fragen beantwortet zu kommen.
Annette Karl fragte zur Sitzung des Landtags am 08.07. folgendes:
Mit welchen Kosten wird derzeit für den Ausbau der Stromtrassen in Deutschland, im speziellen für den OstbayernRing, den SuedLink und die Sued-Ost-Trasse, gerechnet, wie wirken sich die Kosten auf den Strompreis in ct je kWh aus und wie steigert die angekündigte Erdverkabelung den Preis?
Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien,
Energie und Technologie
Die Übertragungsnetzbetreiber geben für Neubauprojekte in Freileitungstechnik durchschnittliche Kosten i. H. v. 1,4 Mio. Euro pro Kilometer an. Hinzu kommen die Kosten für Umbeseilungen, Konverterstationen, Transformatoren und weitere Netzbetriebsmittel. Hieraus resultieren für den Ostbayernring vorab geschätzte Investitionskosten von rund 300 Millionen Euro, für den Korridor D („Süd-Ost-Trasse“) sowie den SuedLink Wilster-Grafenrheinfeld Gesamtkosten von jeweils rund 1,4 Mrd. Euro.
Werden diese drei Maßnahmen über einen Zeitraum von 40 Jahren auf den gesamten deutschen Stromverbrauch umgelegt, ergeben sich 0,03 ct/kWh. Unter den Annahmen, dass 80% des Streckenverlaufs der HGÜ-Verbindungen erdverkabelt ausgeführt werden und auf diesen Abschnitten die reine Erdverkabelung (d. h. nicht die zudem erforderlichen, o. g. Netzbetriebsmittel) fünfmal so teuer ist wie es eine Freileitung wäre, erhöhen sich die Kosten für die HGÜ-Verbindungen Korridor D und SuedLink Wilster-Grafenrheinfeld auf jeweils rund 4,1 Mrd. Euro, dies entspricht zusätzlichen 0,06 ct/kWh.
Für alle in Planung befindlichen deutschen HGÜ-Verbindungen (d.h. inkl. Korridor A und SüdLink-Teil Brunsbüttel-Großgartach) ergeben sich unter vorgenannten Annahmen durch den Vorrang der Erdverkabelung Mehrkosten von 0,11 ct/kWh.