Die Aktion Rollentausch geht auf das Forum "Soziales Bayern" zurück, eine Diskussionsplattform für soziale Themen. Gerne mit von der Partie waren MdL Annette Karl und Fraktionsvorsitzender Roland Richter, beide SPD.
Landtagsabgeordnete Annette Karl arbeitete einige Stunden im Seniorenheim-Franz-Zebisch mit. Leiterin Silvia Zeitler nutzte die Gelegenheit, auf die personellen und finanziellen Notwendigkeiten von sozialen Dienste aufmerksam zu machen. Sie warb für die Qualität sozialer Arbeit und Pflege. "Was Menschen sehen und erfahren, das bleibt im Gedächtnis und kann unmittelbar berühren", hoffte Silvia Zeitler. Mit Pflegedienstleiterin Petra Gierhardt lag ihr vor allem die Organisation der Pflege und die umfangreiche Dokumentationspflicht am Herzen.
"Natürlich ist es wichtig, alles per EDV zu erfassen, Ärzte und Hinterbliebene können Vorgänge nachvollziehen. Aber klar ginge das mit weniger Bürokratie auch", sagte Petra Gierhardt. Wenn ein Bewohner zweimal pro Woche einen Fahrdienst benötige, sei das eigentlich vorhersehbar. Dennoch muss das Büro jedes Mal neu den Fahrdienst mit einem Formular anfordern und sich das bestätigen lassen.
MdL Annette Karl notierte sich die Anregungen. "Es ist gut, dass Entscheidungsträger die Gelegenheit haben, sich selbst ein Bild von den Anforderungen sozialer Arbeit zu machen." Heimbeirätin Helene Frischholz unterstrich im Gespräch mit vier Bewohnern, dass Menschen in schlechten Zustand gekommen waren und es ihnen jetzt besser geht.
Wichtig seien zusätzliche Betreuer, die leichte Tätigkeiten wie Vorlesen, Gespräche, Essen reichen oder Spaziergänge mit Rollstuhlfahrern übernähmen. Pflegekräfte müssten mehr Freiheit haben, weil der Umgang mit Menschen oft nicht in ein Raster von Vorgaben passe.
Einen ungewohnten Gastwirt bekamen die Gäste der "Sonneninsel", dem offenen Treff beim Allgemeinen Rettungsverband: Die Offene Behindertenarbeit hatte für die "Aktion Rollentausch" SPD-Stadtrat Roland Richter gewonnen. Richter band sich seine Schürze um und legte auch gleich los. Er versorgte alle Gäste mit Kaffee und Kuchen. Nach wenigen Augenblicken war die Unsicherheit bei allen Beteiligten verflogen und es entwickelte sich ein interessanter Austausch. Richter gab umfangreiche Auskünfte zu aktuellen Geschehnissen und lud zum Besuch einer Stadtratssitzung ein. Als Zugabe versprach er, das Zeitschriftenprojekt der OBA, den "ARV-BeOBAchter", mit einem Artikel zu unterstützen.
(Quelle: Oberpfalznetz vom 16. Mai 204; kzr)