Die Besuchergruppe mit den Vertretern der Krankenhaus AGZu einem Gespräch über die Situation der Krankenhausfinanzierung in der Region besuchte auf Einladung von MdL Annette Karl die Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar, Mitglied des Umwelt- und Gesundheitsausschusses, die Geriatrie in Erbendorf. Begleitet wurden sie von der Bezirksrätin Brigitte Scharf, dem Kreistagsfraktionsvorsitzenden Rainer Fischer und dem Landtagskandidaten Berthold Kellner.
Manfred Tretter, Prokurist und Leiter Finanzbereich der Kliniken Nordoberpfalz AG , stellte den Besuchern die Struktur der AG vor und ging auch auf die finanziellen Einflüsse durch Bund, Land und Krankenkassen ein. Derzeit gebe es innerhalb der Klinikabläufe keine weiteren Optimierungsmöglichkeiten, so dass weitere Einsparungen immer zu Lasten des Personals oder der Patienten gehen würden. Er begrüßte, dass der Freistaat Bayern die Fördersumme für Investitionen deutlich erhöht habe. MdL Dittmar kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Freistaat in der Summe immer noch nicht das Niveau der Krankenhausförderung wie vor 10 Jahren erreicht habe. Zur Finanzierung der Krankenhäuser kritisierte Frau Dittmar auch, dass der jetzt genehmigte Versorgungszuschlag nur in den Jahren 2013 und 2014 gilt.
SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer, der auch Mitglied im Aufsichtsrat der Kliniken AG ist, forderte eine zuverlässig nachhaltige und ausreichende Finanzierung. So müsse der Staat die Differenz ausgleichen, die entstehe, wenn Löhne und Gehälter um 2-3 Prozentpunkte steigen, aber der Finanzausgleich von Seiten der Krankenkassen nur 1 Prozent steigt. Die Belastungen des Personals seien in den letzten Jahren deutlich angestiegen und dann sollte es wenigstens keine Probleme mit der Gegenfinanzierung von Gehaltssteigerungen geben.
MdL Karl betonte: "Insgesamt muss für die Kliniken auch eine langfristige Finanzierung der Betriebskosten gesichert werden. Weiterhin werden wir als SPD in Land und Bund dafür kämpfen, dass die Krankenhausstandorte im ländlichen Raum erhalten bleiben. Leider hat der Freistaat beim Landesentwicklungsprogramm einen Schritt in die falsche Richtung getan. So heißt es zukünftig nicht mehr eine "wohnortnahe Gesundheitsversorgung" zu sichern, sondern nur noch "bedarfsgerecht". Das heißt im Umkehrschluss: weniger Menschen - weniger Ärzte, weniger Standorte. Wohnortnahe Gesundheitsversorgung, ambulant und stationär ist aber ein wichtiges Stück Lebensqualität und nötig, um weiterhin die Menschen in unserer schönen Heimat zu halten.