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20-Jahr-Feier Fall der Mauer

Veröffentlicht am 06.10.2009 in Allgemein

v.l.: Winfried Prem, OB Kurt Seggewiß, Vera Eckstein, Annette Karl, Wolfgang Herzer

Der „Bund der Berliner und Freunde Berlins in Weiden“ (BdB) gedachte am 3. Oktober 2009 in einer eindrucksvollen Gedenkfeier des 20. Jahrestages des Mauerfalls in Berlin.

BdB-Vorsitzende Vera Eckstein begrüßte zum Festakt Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Bürgermeister Jens Meyer und Lothar Höher, Regionaldekan Gerhard Pausch, MdB Werner Schieder, Landtagsabgeordnete Annette Karl, weitere Abgeordnete, zahlreiche Vertreter der Stadtratsfraktionen, Abordnungen vieler Verbände und Vereine sowie Wolfgang Herzer und Winfried Prem, die „beide mit großem, persönlichem Einsatz dafür sorgten, dass seit 1996 die Mauerteile aus Berlin hier in Weiden stehen dürfen“, so Vera Eckstein. Die BdB-Vorsitzende gedachte in ihrer Gedenkrede mit einer Schweigeminute der Menschen, die vom 13. August 1961 bis zum Mauerfall an der Mauer getötet und verletzt wurden. OB Kurt Seggewiß verdeutlichte in seiner Laudatio, dass die Tage der friedlichen Wiedervereinigung vor 20 Jahren und die unmenschlichen Geschehnisse an dem wohl markantesten Symbol der Trennung – der Mauer und den Zäunen – nie in Vergessenheit geraten dürfen. Zeitzeugen schilderten ihre persönlichen Erlebnisse, Vertreter der Kirche und etlicher Vereine und Verbände übermittelten ihre Grußworte. Zu der Klarinettenbegleitung durch Anita Freundorfer sang die Festversammlung gemeinsam die Nationalhymne.

Vera Eckstein dankte allen Beteiligten, die das Gelingen dieser bewegenden Feier mitgestalteten. Darunter der SPD-Ortsverein Lerchenfeld/Stockerhut mit seinem Vorsitzenden Norbert Freundorfer, der auch im Juli 2009 an den Mauersegmenten den Schaukasten aufstellte. In ihm werden mit den Worten in Englisch, Russisch und Deutsch: „Dies sind Teile der Berliner Mauer, die eine Stadt, ein Land und die Welt trennte“ die aktuellen Informationen in Wort und Bild und die Ereignisse an der unmenschlichen Grenze dokumentiert.

Wie kamen die beiden Mauerteile nach Weiden? Die seit 20 Jahren existierenden „Weidener Literaturtage“ standen 1996 unter dem Motto „Deutschland einig Vaterland“. Der 1993 gegründete „Kunstverein Weiden“ beteiligte sich mit dem Thema „Mauern“ an den Literaturtagen. Der noch junge Kunstverein mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Herzer kam auf der Suche nach Sponsoren auch mit dem Inhaber der Weidener Firmen Prem Bau GmbH und Prem Bauschutt-Recycling GmbH ins Gespräch und bat ihn um Unterstützung. Winfried Prem bekam am 12. Juli 1990 vom Berliner Senat die Abbruchrechte für mehr als 200 Kilometer Berliner Mauer. Vier Jahre lang zerlegten zwei seiner Schredder-Anlagen den größten Teil der Mauer. Danach waren 180 000 Tonnen Beton zu Schotter verarbeitet. Etliche Mauerteile hat sich der gebürtige Waidhauser Winfried Prem aufgehoben. Sie sollten „irgendwann einmal für einen guten Zweck“ vermarktet werden. Am 11. Dezember 1991 besuchte der britische Thronfolger Prinz Charles die Abrissstelle in Berlin-Treptow. Prem überreichte ihm ein Stück „Mauer mit Echtheitszertifikat.“ Für den Oberpfälzer Unternehmer war der Abriss der Mauer eine Arbeit, die in die Geschichte eingegangen ist. Der Kunstverein-Vorsitzende Wolfgang Herzer sagte dazu : „Ich habe seinerzeit Winfried Prem als sehr musischen, aufgeschlossenen Menschen kennen gelernt. Wir waren und sind ihm dankbar, dass er uns zwei Original-Mauerteile geschenkt und aufgestellt hat.“ Die Segmente standen lange Zeit in der Spitalgasse vor der damaligen Galerie Hammer–Herzer, die sich seit 2000 jetzt in der Ledererstraße 6 befindet. Von der Spitalgasse wurden die beiden Mauerteile an ihren endgültigen Standpunkt gebracht. In der Berliner Straße, Ecke „Krumme Äcker“, stehen sie direkt am Rad-Fußweg, der die Berliner Straße mit der Westfalenstraße verbindet.

Text und Foto: Mit freundlichen Genehmigung von Jürgen Wilke von www.weidenline.de

weitere Fotos:
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